Infekte bei Kindern: wieviele sind „normal“?

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Infektanfälligkeit bei Kindern

Infekte sind vor allem in der kalten Jahreszeit ein lästiges und nerviges Übel. Warum es dennoch wichtig ist, dass Kinder Infekte durchmachen und verschiedene Krankheitserreger kennenlernen, erzähle ich Euch im Folgenden.

Das Immunsystem von Kindern ist noch sehr unausgereift und muss im Laufe des Lebens erst „lernen“, wie es Krankheitserreger bekämpfen kann. Daher sind gerade Kleinkinder sehr infektanfällig. Ihr Immunsystem ist quasi noch ein unbeschriebenes Blatt und muss erst durch die „Infekt-Schule“ gehen, um eine Ahnung davon zu bekommen, wie es mit Erregern umzugehen hat. Babys haben zu Beginn ihres Lebens gegen einige Krankheitserreger eine besondere Schutzmaßnahme.

Nestschutz: was ist das?

Babys verfügen in den ersten Lebenswochen/-monaten über eine spezielle Schutzfunktion gegen Erreger, den sogenannten Nestschutz. Dieser wird ihnen in den letzten Wochen der Schwangerschaft im Mutterleib von der Mutter übertragen und schützt sie nach der Geburt vor diversen Erregern. Leider wirkt der Nestschutz nicht gegen alle Erreger und lässt ausserdem ab dem 2. bis 3. Lebensmonat stetig nach. Frühgeborene Kinder verfügen (je nach Schwangerschaftswoche) nur über einen geringen Nestschutz und sind daher besonders anfällig für Infektionen.

 

Das Immunsystem, ein ganz wissbegieriger Schüler:

Wenn der Nestschutz „aufgebraucht“ ist, muss sich das Immunsystem des Kindes eigenständig um die Bekämpfung der Krankheitserreger kümmern. Da es im Kleinkindalter noch sehr „unerfahren“ ist, reagiert es auf viele Keime schnell mit einer Infektion und häufig auch mit Fieber (mehr zum Thema „Fieber bei Kindern“ findet Ihr hier). Infektionen sind somit die Schule des Immunsystems und jeder durchgemachte Infekt ist quasi eine „Lerneinheit“, mit der das noch unerfahrene Immunsystem trainiert wird, um zukünftig besser vorbereitet zu sein.

 

Das Immunsystem, ein Schüler mit gutem Gedächtnis

Wir wissen nun also, dass das Immunsystem bei Kindern sehr wissbegierig ist und ständig neues „Futter“ braucht, um zu lernen. Es lernt jedoch nicht nur gerne, sondern baut mit jeder durchgemachten Erkrankung oder Impfung ein immer größer werdendes „immunologische Gedächtnis“ auf. Ein echter Musterschüler, oder? Verantwortlich dafür sind die sog. „Gedächtniszellen“. Diese ganz besonderen Zellen des Immunsystems werden gebildet, wenn ein gesunder Körper zum ersten Mal Kontakt mit einem Erreger hat („Primärinfektion“). Kommt es später zu einem erneuten Kontakt mit diesem Erreger, werden die sog. Memoryzellen aktiviert und damit eine erneute Erkrankung verhindert.

Dies ist z.B. der Grund dafür, dass Impfungen über viele Jahre hinweg wirksam bleiben. Wie gut diese Gedächtniszellen arbeiten, zeigt sich jedoch auch dann, wenn der „Musterschüler“ mal Fehler macht und es zu Störungen in der Immunabwehr kommt. Bei einigen Menschen gruppiert das Immunsystem an sich harmlose Substanzen (wie z.B. Pollen) als Feinde ein, was zum Auftreten von Allergien führt. Auch hier vergisst das Immunsystem die „vermeintlichen“ Feinde nicht und stürzt sich (sehr zum Leidwesen der Betroffenen) bei jedem Kontakt voller Elan auf den Angreifer. Unter Umständen sogar ein Leben lang. Zu diesem Thema wird es in absehbarer Zeit einen gesonderten Beitrag geben.

 

Viele (unbekannte) Erreger = viele Infekte:

Infekte gehören also zum Leben und zum Großwerden dazu. Und leider heißt es im Umkehrschluß nicht, dass man mit ausgereiftem Immunsystem nicht erkranken könnte. Das wäre auch zu schön, um wahr zu sein. Die Ursache dafür, dass auch größere Kinder und Erwachsene erkranken, liegt darin, dass die häufigsten Krankheitserreger von Erkältungsinfekten Viren sind. Und diese sind nicht nur wahre Meister der Tarnung sondern auch Multitalente im „sich-selbst-neu-erfinden“. Durch diese beiden Eigenschaften sind sie in der Lage, selbst das abgebrühteste Immunsystem früher oder später meist früher als später zur Strecke bringen. Jeder von uns macht also (leider) auch mit voll ausgebildetem Immunsystem Infekte durch. Die Häufigkeit hängt dabei z.B. auch vom familiären Umfeld und / oder dem Arbeitsplatz ab.

Ärzte z.B. haben ein ziemlich gut trainiertes Immunsystem. Da sie jedoch sehr häufig (im Winter quasi im Minutentakt) mit Krankheitserregern zu tun haben und auch sie nicht vor allen Infektionen gefeit sind, erkranken sie ebenso, wie alle anderen. Noch geeignetere „Viren-Opfer“ sind Eltern, deren Kinder frisch in eine Kindertagesstätte oder eine andere soziale Einrichtung gekommen sind und ein buntes Allerlei an Erregern mit nach Hause bingen. Dies sind meist die Eltern, denen die Infekte der Kinder quasi doppelt zusetzen auf den Keks gehen und die meist ein Königreich für das entsprechende Wundermittel dagegen bieten würden. Schade, dass es dieses (noch?) nicht gibt (zumindest kein Seriöses). Ihr könnt das Königreich also behalten und den darin lebenden Prinzen und Prinzessinnen einen angenehmen Aufenthalt bereiten; vor allem dann, wenn sie krank sind.

 

Faktoren, die das Ausmaß der Anfälligkeit beeinflussen:

An einem Infekt zu erkranken, vor allem, wenn man mit vielen Erregern Kontakt hat, ist also eine ganz normale Sache. Anfällig ist somit jeder von uns, jedoch in unterschiedlichem Ausmaß. Das Ausmaß hängt dabei nicht nur von inneren Faktoren, wie dem körpereigenen Immunsystem und dessen Schul-„Reife“ab, sondern auch von äußeren Faktoren. Begegne ich z.B. einem erkrankten Menschen draußen in der Natur, wird mir sein Infekt vermutlich nicht viel anhaben können. Begegne ich dem gleichen Menschen jedoch in einem überfüllten Raum mit trockener und warmer Heizungsluft, muß mein Immunsystem schon sehr fit sein, um sich dagegen wehren zu können.

Hinzu kommt noch, in welcher Verfassung der Körper gerade ist: hatte er in der letzten Zeit ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung, ist er gut versorgt mit Flüssigkeit, Vitaminen und Nährstoffen? Dann stehen die Chancen recht gut, diesen Infekt abzuwehren. Ist der Körper jedoch überlastet und gestresst und hat womöglich noch einen Mangelzustand (wodurch auch immer), dann wird ihn der Erreger sicher viel schneller lahmlegen können. Auch können Faktoren, wie z.B. das Rauchen (auch das passive!) dazu führen, dass die Reinigungsfunktionen des Körper schon so beansprucht sind, dass sie sich nicht auch noch um das Fernhalten von Viren kümmern können.

 

Wieviel ist normal?

Während bei Erwachsenen bis zu vier Infekte pro Jahr als normal angesehen werden, gelten bei Kindern ganz andere „Normwerte“. Kinder bis zum vierten Lebensjahr sind besonders oft von (Atemwegs)-Infekten betroffen. In dieser Zeit gelten bis zu zehn Infekte der Atemwege pro Jahr als „normal“. Bis zur Vorschulzeit können durch die hohe Ansteckungsgefahr in der Krippe oder im Kindergarten sogar bis zu 12 Erkrankungen auftreten, ohne dass dies ein Hinweis auf eine Immunschwäche wäre oder sein muß.

Wenn man nun bedenkt, dass die Erreger meist in der kälteren Jahreszeit „zuschlagen“, ist es bei der genannten Anzahl von 10-12 Infekten nicht ungewöhnlich, dass in den Wintermonaten „ein Infekt den nächsten jagt“. Und wenn man dann auch noch bedenkt, dass die Dauer eines Erkältungsinfektes bei 10-12 Tagen liegt, ist die Aussage: „Mein Kind ist im Winter ständig krank“ durchaus berechtigt und dennoch (zumindest im Falle von „banalen“ Atemwegsinfekten) aus medizinischer Sicht kein Grund zur Sorge! Dass es nervig ist und die Eltern an den Rand des Wahnsinns führt, steht dabei natürlich außer Frage. Aber bevor nun alle betroffenen Eltern vor Verzweiflung in die Tischkante beissen, einige kleine Trostpunkte am Rande:

  1. Ein Infekt ist nur ein Infekt.
  2. Wer (im Kindeslater) viele Infekte hat, trainiert viel.
  3. Wer viel trainiert, ist irgendwann fit.
  4. Irgendwann bedeutet ungefähr: zur Schulzeit.
  5. Die Zeit mit Kindern rast, also kommt die Schulzeit schneller, als ihr denkt.
  6. Bis dahin heißt es: Augen zu und durch.

Und das Schönste zum Schluß: trotz all der nervigen Infekte in der Kleinkindzeit, wird es eine der schönsten Zeiten in Eurem Leben sein.

Und jetzt noch das Aller-Schönste: jede Zeit, die nach der Kleinkindzeit kommt, wird wiederum die Schönste Eures Lebens werden. Ist das nicht toll?

 

Häufiges ist häufig, Seltenes ist selten:

Eine alte Indianer ähm Mediziner-Weisheit. Dabei bezieht sich das Häufige darauf, dass die meisten Kinder, die wegen einer Infektanfälligkeit beim Kinderarzt vorgestellt werden, gesund sind. Denn die Erkrankungen, die im Kindesalter mit einer Immunschwäche einhergehen, sind zum Glück selten. Viele Eltern fragen sich dennoch, ob die vielen Infekte ihres Kindes möglicherweise nicht doch auf einen Immundefekt hindeuten könnten. Die Patientenorganisation für angeborene Immundefekte (hierhat deshalb die von Experten erarbeitete Liste möglicher Warnzeichen veröffentlicht.

Folgende Liste gibt Anhaltspunkte vor, die als „Warnzeichen“ für eine möglichen Immundefekt gelten:

  • Mehr als zwei Lungenentzündungen pro Jahr
  • Knochenmark- und Hirnhautentzündungen, oder andere schwere Infektionen
  • Mehr als acht neue Infektionen im Ohr innerhalb eines Jahres
  • Erkrankungen durch normalerweise ungefährliche Bakterien
  • Mehr als zwei schwere Nasennebenhöhlenentzündungen pro Jahr
  • Dauerhafter Pilzbefall im Mund oder an anderer Stelle nach dem ersten Lebensjahr
  • Unklare chronische Rötungen bei Säuglingen an Händen und Füßen
  • Wiederkehrende tiefe Haut- oder Organabszesse
  • Mehr als zwei Monate Antibiotikatherapie ohne Effekt
  • Bekannte Immundefekte in der Familie
  • Komplikationen bei Impfungen mit Lebendimpfstoffen
  • Gedeihstörung (für das Alter zu geringe Maße für Körpergröße und/ oder Körpergewicht)

 

Was kann man gegen gehäufte Infekte tun?

Ganz ehrlich? Nicht viel!

Ich weiß, dass Ihr genau DAS nicht hören wolltet. Aber leider ist es so. Das Einzige, was Ihr tun könnt, ist: das Immunsystem zu unterstützen. Dazu gehört alles, was den Körper widerstandsfähiger macht.

Vorsorge:

Rausgehen (auch bei schlechtem Wetter), drei gute Gründe, die dafür sprechen:

  • Sauerstoff:

Der Aufenthalt an der frischen Luft hat gleich mehrere positive Effekte: man bewegt sich, baut Stress ab und versorgt den Körper mit reichlich Sauerstoff. Kaum ist man draußen, wird der Kopf frei und die Stimmungslage ausgeglichener. Diesen Effekt habe ich selbst häufig beobachtet und oft genutzt, wenn die Stimmung mit meinen beiden, damals noch kleinen Rabauken, zu kippen drohte. Und auch wenn sie nicht immer gleich begeistert waren, dass es raus ging: sobald sie draussen waren, tobten sie rum, erkundeten die Umgebung und waren anschließend meist nur mit viel Überredungskunst wieder nach Hause zu bewegen. Wir waren viel im Wald unterwegs, haben dort aus Ästen kleine Verstecke gebaut, sind geklettert, durch Pfützen gesprungen oder haben passend zu den Jahreszeiten Naturschätze gesucht und gesammelt. Natürlich war und ist auch die nahegelegene Ostseeküste die perfekte Spielplatzkulisse für uns gewesen. Wenn Ihr noch ein bisschen Vitamin Sea braucht, dann findet Ihr hier ein bisschen Urlaub für die Augen. Und wenn Euch selbst nichts einfällt, was man draussen machen könnte: lasst Euch von Euren Kindern inspirieren und schaut Euch die Welt durch ihre Augen an. Es lohnt sich.

  • Vitamin D:

Neben der Sauerstoffzufuhr tut Ihr Eurem Körper und dem des Kindes draußen noch etwas Gutes. Ihr versorgt ihn (zumindest in den Sommermonaten) mit Vitamin D. Leider reicht die Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden in den Wintermonaten nicht aus, um einen ausreichend hohen Vitamin D-Spiegel aufzubauen. Daher ist bei vielen Menschen gerade im Winter der Vitamin D-Spiegel auf einem Niedrigniveau. Da Vitamin D bei der Infektabwehr eine große Rolle spielt, sollte Ihr darauf achten, dass Ihr in den Wintermonaten Vitamin D über die Nahrung  zu Euch nehmt (z.B. Lachs). Ob darüber hinaus noch die Versorgung mit einem Vitamin D-Präparat notwendig ist, solltet Ihr mit Eurem Kinderarzt besprechen.

  • Erschwerte Bedingungen für Viren:

Ein weiterer Pluspunkt, der für das Rausgehen spricht ist, dass Ihr den Viren an der frischen Luft die Bedingungen für eine Infektion erschwert. Diese mögen es nämlich viel lieber, wenn die Schleimhäute durch die Heizungsluft schön trocken sind. Draußen erschwert Ihr ihnen also das „Andocken“ an die Schleimhäute und könnt somit einem Infekt vorbeugen. Wichtig ist jedoch, dass Ihr und die Kinder den Witterungsverhältnissen entsprechend gut angezogen seid. Kälte alleine macht zwar nicht krank (es braucht immer einen Erreger!), allerdings schwächt man den Körper, wenn man längere Zeit durchnässt oder ausgekühlt unterwegs ist. Mit der entsprechenden Kleidung macht allerdings jedes Wetter Spaß (oder erleichtert es zumindest). Ausserdem kann man die Kinder dank der guten Regenbekleidung, die es mittlerweile gibt, getrost durch Pfützen und Schlammlöcher springen lassen, ohne anschließend an die Berge an Schmutzwäsche denken zu müssen. Denkt bei der Wahl der Kleidung aber nicht nur an die der Kinder, sondern auch an Eure. Denn die Eltern sind meist die ersten, die frieren.

Ausreichende Trinkmenge:

Der Körper braucht generell und bei Infekten erst recht, ausreichend Flüssigkeit. Wasser ist als Durststiller wunderbar geeignet. Gerade in der kalten Jahreszeit haben aber auch Kräutertees eine wohltuende und unterstützende Wirkung. Durch die große Vielfalt an unterschiedlichen Wirkstoffen und Geschmacksrichtungen sollte eigentlich keine Langeweile in der Teekanne aufkommen. Ich z.B. kann mich noch gut an den Tee erinnern, den mir meine Oma, bei der ich die ersten Jahre meiner Kindheit verbracht habe (die Geschichte dazu findet Ihr hier), immer gekocht hat. Die Heilpflanzen hatte sie das Jahr über in der Natur gesammelt. Und auch wenn dies heuzutage nicht überall möglich ist, so kann ich Euch empfehlen, Euch in der Apotheke oder im Reformhaus zu erkundigen, welche getrockneten und qualitativ hochwertigen Pflanzen sie im Sortiment haben.

 

 

Der „Allheilmittel-Wunder-Tee“ meiner Oma (das war er natürlich nicht, aber so habe ich ihn empfunden und ich liebe ihn noch heute) bestand aus: einer Handvoll getrockneter Kamillen- und Holunderblüten, einigen getrockneten Salbeiblättern (frische gehen natürlich auch), gelegentlich auch Minzblätter. Alles wurde in 1-1,5 l Wasser aufgekocht und dann für einige Minuten zum Ziehen an die Seite gestellt. Anschließend wurde der Tee durch ein Sieb gegeben, mit ein wenig Zitronensaft vermengt und nach Bedarf mit etwas Honig gesüsst. Aber Achtung: Säuglinge dürfen keine Getränke mit Honig bekommen! Denn Honig kann bei Kindern unter einem Jahr zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung (Säuglingsbotulismus) führen!

Heute weiß ich auch, warum dieser Tee tatsächlich gut gegen viele Erkältungssymptome gewirkt bzw. diesen vorbeugt hat.

Wirkung von Heilpflanzen:

Die Kamille ist bekannt für ihre entzündungshemmende, antibakterielle und krampflösende Wirkung. Ein allround-Talent also bei der Bekämpfung von Erkältungssysmptomen.

 

Infekte Infektanfälligkeit Vorsorge Heilpflanzen Kamillenblüten

 

Infekte Infektanfälligkeit Vorsorge Heilpflanzen Holunderblüten

 

Holunderblüten wirken schweißtreibend und fiebersenkend. Gleichzeitig wirken sie gegen festsitzenden Husten und Schnupfen.

Salbei ist schon seit langem als pflanzliches Mittel gegen Heiserkeit und Halsschmerzen bekannt. Einige Blätter in Wasser verdünnt sind sicher eine gute Möglichkeit, um die genannten Beschwerden zu lindern. Aufgrund des Thujon-Gehaltes und der ätherischen Öle sollte Salbei in höherer Dosierung bei Kindern nicht angewendet werden.

Der Zitronensaft sorgt bekanntermaßen für eine kleine Dosis Vitamin C und einen frischen Geschmack.

Honig ist bei älteren Kindern sicher eine gute Süßungsvariante, da er bekannt ist für seine antibakteriellen, antimykotischen (gegen Pilze) sowie antioxidativen (gegen freie Radikale) Wirkung. Für Kleinkinder und Babys ist Honig jedoch ungeeignet und sollte NICHT gegeben werden (siehe oben).

Gesunde und ausgewogene Ernährung.

Ich persönlich koche sehr gerne und liebe grundsätzlich jede Mahlzeit, die bunt daher kommt. Gemüse liefert nicht nur viele Ballaststoffe und Vitamine, sondern bringt auch noch etwas Farbe auf den Teller. Gerade die regionalen Gemüsesorten im Winter sind wahre Wunderwaffen. Kohl z.B. ist nicht nur reich an Vitaminen, Ballaststoffen und Spurenelementen, sondern hat durch die darin enthaltenen Glukosinolate auch eine antibiotische Wirkung. In Eintöpfen, Kohlrouladen oder Sauerkraut kann man ihn wunderbar verwerten.

Wenn Ihr noch Ideen für schnelle und gesunde Gerichte braucht, dann schaut doch unter der Kategorie Rezepte nach. Dort findet ihr bereits ein paar Rezepte und es werden noch ganz viele hinzukommen. Wenn Ihr zu Hause einen kleine Obst- oder Gemüsemuffel habt, dann könnt ihr versuchen, das Gemüse z.B. in pürierten Suppen oder Obst in Smoothies zu „verstecken“. Auch ein schön angerichteter Obstteller kann einladender sein, als der Anblick einer ganzer Frucht. Die Wirkung von mundgerecht präsentierten Obststücken ist uns schließlich allen bewußt.

 

Infekte Infektanfälligkeit Vorsorge gesunde Ernährung Vitamine Obst in Herzschale

 

Ausreichend Schlaf:

Das natürliche Tageslicht ist für unseren Tag-Nacht-Rhythmus besonders wichtig. Durch die vielen künstlichen Lichtquellen, die es mittlerweile gibt, kann der Tag-Nacht-Rhythmus empfindlich gestört werden und in der Folge zu einer Stressreaktion des Körpers führen. Eine gute und ausreichende „Schlafhygiene“ ist daher für unser Wohlbefinden und somit auch für das Immunsystem von großer Bedeutung. Schlafrituale (gleiche Zeit, gleicher Ort, gleicher und ruhiger Ablauf) sind wichtige Faktoren für einen gesunden Schlaf (nicht nur bei Kindern).

 

Infekte Infektanfälligkeit Vorsorge ausreichend Schlaf schlafendes Kind

 

Impfschutz:

Ein ausreichender und kompletter Impfschutz ist als Vorsorge ebenfalls wichtig. Ob eine vorbeugende Grippeschutzimpfung für Euer Kind sinnvoll ist, kann und sollte der behandelnde Kinder- und Jugendarzt beurteilen.

Verzicht auf das Rauchen:

Das Passiv-Rauchen ist leider ein immer noch sehr häufiger Grund für wiederholte Atemwegsinfektionen im Kindesalter und begünstigt nicht nur das Auftreten von Infekten sondern auch von Allergien, Bronchitiden und anderen Erkrankungen. Und auch wenn die Eltern zum Rauchen vor die Tür gehen, so beugen sie damit nicht allen Gefahren des Passiv-Rauchens vor. An den Haaren oder in der Kleidung werden Nikotinpartikel in die Wohnung gebracht, die auf Teppichen, Spielzeug oder Bettzeug noch monatelang haften können. Der Nikotingehalt im Körper von Kindern, deren Eltern vor der Tür rauchen ist zwar achtmal niedriger als bei Kindern, deren Eltern in der Wohnung rauchen. Er ist aber immer noch bis zu siebenmal höher als bei Kindern von Nicht-Rauchern.

 

Wenn es bereits zum Auftreten erster Symptome eines Atemwegsinfektes gekommen ist, dann können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

Husten – Therapie:

Husten ist grundsätzlich ein Schutzmechanismus des Körpers und sollte daher (möglichst) nicht medikamentös unterdrückt werden.

Hustenblocker / Antitussiva:

In Ausnahmefällen, wenn der Husten trocken und quälend ist oder den nächtlichen Schlaf über einen längeren Zeitraum behindert, können nach Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt Medikamente gegeben werden, die den Husten unterdrücken (Hustenblocker = Antitussiva). Diese Medikamente enthalten jedoch Inhaltsstoffe, die zur Gruppe der Opiate gehören. Diese sollten bei Kindern unter 6 Monaten und bei Husten mit Auswurf (hier würden sie kontraproduktiv wirken und zu einem Sekretstau führen) nicht angewendet werden. Wendet diese Mittel also nicht ohne Rücksprache mit dem Kinderarzt an.

Inhalationen mit speziellen Medikamenten:

Sollte euer Kind an einer obstruktiven Bronchitis oder Asthma leiden, wird es vermutlich mit verschiedenen (antiobstruktiven und evtl. entzündungshemmenden) Medikamenten inhalieren müssen. Keine Angst davor! In der richtigen Dosis sind sie ein hilfreiches Muss.

Bestes Hustenmittel:

Viel trinken!!! So simpel, aber tatsächlich sehr wirksam. Auf diese Weise kann der zähe Schleim verflüssigt und besser abgehustet werden. Ausserdem ist der Flüssigkeitsbedarf des Körpers bei Infekten, die mit Husten und Fieber einhergehen, erhöht. Dafür bietet ihr eurem Kind am besten warme Getränke, wie z.B. Tee an. Gut geeignet sind dabei Tees aus Heilpflanzen (siehe oben), aber auch Spitzwegerich, Eibischwurzel oder Thymiankraut. Ihr selbst macht euch vielleicht einen starken Kaffee, denn wer weiß, wie die Nacht wird 😉

Anfeuchten der Atemluft:

Auch das Anfeuchten der Raumluft (feuchte Tücher oder eine Schale mit Kochsalz-Lösung auf der Heizung) kann hilfreich sein, da Viren trockene Luft bevorzugen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Temperatur im Schlafzimmer des Kindes nachts nicht zu hoch eingestellt sein sollte (idealerweise: 18°C). Spaziergänge an der frischen Luft können ebenfalls hilfreich sein.

Inhalationen mit Kochsalz / Sole:

Natürlich können auch feuchte Inhalationen die Atemwege anfeuchten und damit das Andocken und die Vermehrung der Viren an der Schleimhaut erschweren. Einen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit gibt es allerdings (wie bei vielen anderen Mitteln (s.u.) leider nicht. Von Inhalationen über einem heissen Dampfbad würde ich persönlich wegen der hohen Verbrühungsgefahr abraten.

Gegen Kochsalz-oder Meerwasser-Inhalationen über einen Druckluftvernebler (dessen Kammern regelmässig gereinigt und desinfiziert werden) gibt es aus meiner Sicht jedoch keine „echten“ Einwände. Sie sind allerdings zeitintensiv (ca 10-15 Minuten pro Inhalation) und kosten Geld. Natürlich kann man auch den Arzt bitten, sie zu verschreiben oder eine Leihgerät in der Apotheke bestellen. Da die Wirksamkeit der Feuchtinhalationen, wie bereits erwähnt, nicht erwiesen ist, wird sich der Kinderarzt mit der Verschreibung evtl. schwertun. Mittlerweile gibt es jedoch auch gute Geräte, die unter 60,-€ kosten und deren Investition sich spätestens beim zweiten oder dritten Kind bezahlt macht. Zumindest finde ich persönlich diese Variante „lohnender“ als teure Hustensäfte, die meist keinen Effekt haben (ausser, dass einige davon häufig zu Durchfall führen). Ich persönlich habe uns vor einigen Jahren dieses Gerät hier Anzeige gekauft und bisher gute Erfahrungen damit gemacht.

Bewährte und günstige Hausmittel:

  • Brustwickel:

Warme Brustwickel, z.B. mit Quark, können hilfreich und hustenlindernd sein.

  • Zwiebelsäckchen:

Die Zwiebel ist ein wahres allround-Talent und wirkt nicht nur entzündungshemmend und antibakteriell, sondern auch noch krampf- und schleimlösend. Dazu könnt ihr ein angefeuchtetes Küchenhandtuch in der Mitte mit kleingeschnittenen Zwiebelstückchen füllen, zusammenbinden und im Kinderzimmer aufstellen oder aufhängen (nicht zu nah am Kind). Die ätherischen Öle der Zwiebel riecht man jedoch noch Tage später.  🙂

  • Hustensäfte, selbst gemacht:

Auch ein selbst angesetzter Hustensaft aus Zwiebeln und Zucker o.ä. kann helfen. Wichtig jedoch: bei Babys bitte keinen Honig benutzen (siehe auch weiter unten). Ausser der vielleicht hohen Zuckerkonzentration wird man damit, zumindest bei älteren Kindern, nichts falsch machen können.

  • Honig: nicht bei Babys! Bei Kleinkindern über einem Jahr aber durchaus wirksam:

Ein Teelöffel Honig kann bei älteren Kindern hustenlindernd wirken. Achtet jedoch auf eine entsprechende Zahnhygiene, vor allem bei wiederholtem nächtlichen Gebrauch.

Mehr zum Thema „Husten bei Kindern“ findet Ihr hier.

 

Schnupfen:

Gerade Babys sind „Nasenatmer“ und auf eine freie Nasenatmung angewiesen. Wenn sie durch die Nase keine oder nur erschwert Luft bekommen, atmen sie verstärkt durch den Mund (was zu einer Austrocknung der Mundschleimhaut und in der Folge zu einem Hustenreiz führen kann) und sind quengelig und unruhig. Daher solltet Ihr unbedingt auf eine freie Nasenatmung (besonders nachts) achten. Wenn diese erschwert ist, helfen z.B. Kochsalz- oder Meerwasser-haltige Nasentropfen, das Anfeuchten der Atemluft (siehe oben) und evtl eine leichte Hochlagerung des Oberkörpers (ggf. eine Handtuchrolle unter den Kopfteil der Matratze schieben). Wenn alles nicht hilft, dann solltet Ihr abschwellende Nasentropfen geben und bei einer Dauer von mehreren Tagen den Kinderarzt aufsuchen.

 

Fieber:

Bewährte Hausmittel

Ganz viel Liebe und Zuwendung (grundsätzlich sehr wirksam)

Wasser / Tee (sehr wichtig; siehe oben)

Bei grösseren Kindern: evtl. Wadenwickel, Hühnersuppe und Co.

leichte Kleidung bei fieberndem Kind, damit kein Hitzestau entsteht

Medikamentöse Therapie

Bei den häufigsten Ursachen von Fieber (nämlich viralen Infektionen) ist meist keine ursächlich-gezielte, sondern nur eine symptomatische Therapie möglich:

Paracetamol: fiebersenkend und schmerzlindernd

Ibuprofen: fiebersenkend, schmerzlindernd und entzündungshemmend

Antibiotikum: Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion

Mehr zum Thema „Fieber bei Kindern“ findet Ihr hier

 

Bei allem gilt: ganz viele Liebe und Zuwendung (beste Medizin überhaupt)!

 

Bleibt gesund und munter und kommt gut durch die infektreiche Jahreszeit,

Eure

Snježi

Infektanfälligkeit Sprechstunde die-kinderherztin berät

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* Fotos © Logga Wiggler / Couleur / szjeno09190 / Stevebidmead / silviarita / fujikama-pixabay.com

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2 Comments

  1. Jeannine
    1 Woche ago

    Danke für den tollen Beitrag und deine locker, leichte Art wie du schreibst.
    Ich bin gern hier 😊

    Reply
    1. die Kinderherztin
      1 Woche ago

      Liebe Jeannine,
      das freut mich wirklich seeeeehr!!!
      Vielen Dank für Deine netten Worte.
      Liebe Grüße von der Küste
      Snjezi

      Reply

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