Flamingo-Tour: mit dem Hausboot durch die Camargue, Teil 2 Aigues Mortes bis Frontignan

Werbung (unbeauftragt/unbezahlt)                                                                                              Nachdem wir uns schweren Herzens vom wunderschönen Städtchen Aigues Mortes verabschiedet hatten, ging es mit dem Hausboot weiter.

Hausboot-Tour:

Wir fuhren an weitläufigen Salzseen vorbei, beobachteten Flamingos in freier Natur und steuerten gegen Abend einen Anlegeplatz in Palavas les flots an.

Hier verbrachten wir die Nacht und fuhren abends zum Muschelessen mit den Rädern in die Stadt. Leider ereilte uns auf dem Rückweg ein heftiges Gewitter, so dass wir ziemlich durchnässt, aber froh, wieder im Trockenen zu sein, auf unserem Hausboot ankamen.

 

 

Von der Stadt selbst sahen wir aufgrund des Wetters nicht viel und fuhren schon am Morgen des nächsten Tages weiter.

 

 

Maguelone:

Wir fuhren vorbei an der beeindruckenden Abbaye de Maguelone, dem ehemaligen Bischofssitz, die sich auf einer von Pinien und Weinbergen überzogenen Halbinsel zwischen dem Mittelmeer und der Lagune befindet.

An der nahegelegenen Drehbrücke, auf der Fußgänger den Kanal überqueren können, warteten wir auf die Durchfahrt und ankerten schließlich kurz hinter der Brücke.

Von dort fährt regelmässig eine kleine Bimmelbahn in Richtung Strand. Wir warteten jedoch nicht auf die Bimmelbahn, sondern setzten uns erneut auf unsere Fahrräder und freuten uns über die kleine Radtour, die entlang des Salzsees direkt zum wunderschönen Strand führte.

Plage de Maguelone:

 

Dort verbrachten wir einen ganzen Nachmittag. Wir schwammen im warmen Wasser des Mittelmeeres, assen Eis in einem netten kleinen Bistro und fuhren anschließend mit dem Rad zurück zum Boot. Eigentlich wollten wir den weiteren Abend im nahegelegenen Städtchen verbringen, mussten uns jedoch wegen der Brücke, die am Abend schliesst, für einen Schnellspurt entscheiden, so dass wir von der Stadt eigentlich kaum was gesehen haben.

Das erhoffte Abendessen im Restaurant fiel somit leider auch aus. Doch glücklicherweise hatten wir nicht nur reichlich Proviant, sondern auch fleissige kleine Angler an Bord, die uns stattdessen einen leckeren Wels zum Abendessen bescherten.

 

 

Und während wir den gefangenen Fisch auf dem Aussengrill zubereiteten und genüsslich verspeisten, bescherte uns die Natur einen phänomenalen Sonnenuntergang.

 

 

 

 

Am nächsten Morgen wurde gleich wieder die Angel ins Wasser gehalten, gefrühstückt und schon ging es weiter.

 

 

Glaube, Liebe, Hoffnung:

Vorbei an den farbenprächtigen kleinen Fischerhäuschen entlang des Kanals, die allesamt das Symbol von Glaube, Liebe, Hoffnung trugen.

 

 

 

Endlos scheinende Horizonte:

Die Weite der Natur, die sich uns entlang des Kanals bot, war einfach atemberaubend schön. Gelegentlich war man auf dem Kanal sogar von beiden Seiten von Salzlagunen und Seen umgeben und hatte somit endlos scheinenden Horizonte vor, neben und über dem Boot.

 

 

 

Dieser Urlaub entschleunigte nicht nur das Zeitempfinden von meinem Mann und mir, sondern definitiv auch das der Kinder. Sie lasen, angelten, oder schauten manchmal einfach nur in die Ferne.

 

 

Irgendwas fehlt:

Und während ich mich über den Anblick dieses Bildes irgendwie ganz besonders freute und mich fragte, warum die Freude darüber so groß war, fiel mir langsam aber sicher auf, warum ich das Foto und mein Sohn den Aussichtsplatz an diesem Tag besonders schön fanden: weil der Ausblick nicht gestört wurde. Und warum war das SO???

Retour:

Ganz genau: weil die Fahrräder fehlten! Die Fahrräder fehlten??? OH NEIN! Wir hatten die Fahrräder an unserem Anlegeplatz vergessen. Na toll! Das hiess: mehr oder weniger galant wenden und die ganze Strecke wieder zurück fahren. Das an sich wäre gar nicht so schlimm gewesen, wenn wir nicht die Öffnungszeit der nächsten Brücke im Hinterkopf gehabt hätten. So viel zum Thema Entschleunigung.

Nun gut, es ließ sich nicht ändern. Wir kamen also ungewollt in den doppelten Genuss der Strecke, packten die Fahrräder bei der erneuten Ankunft in Maguelone wieder an Bord und tuckerten die Strecke noch ein weiteres Mal entlang. Und am Ende kam es, wie es kommen musste. Wir waren zu spät an der Hubbrücke in Frontignan.

Fischerstechen in Frontignan:

Aber das machte nichts, schließlich kamen wir dadurch in den “hautnahen” Genuss eines sog. Joutes = Fischerstechens. Bei dieser jahrhundertealten regionalen Tradition treten zwei Teams (rot und blau) auf Holzbarken gegeneinander an. Unter traditioneller musikalischer Begleitung bringen die Ruderer der Mannschaften ihren jouteur in Position. Diese versuchen dann den Spieler der gegnerischen Mannschaft mit Hilfe einer Holzlanze ins Wasser zu befördern.

Im Falle eines Sieges gehen die Spieler nicht nur ehrenvoll in die Stadtgeschichte ein, sondern werden sogar im sog. Musée Valéry geehrt.

All dies konnten wir von den besten Plätzen auf unserem Hausboot aus verfolgen. Dabei hatten wir mindestens ebenso viel Spaß, wie die Einheimischen, die das Spektakel mit viel Gelächter und Gejohle verfolgten.

 

 

Regionale Köstlichkeiten:

Nach dem Fischerstechen fuhren wir mit unseren Rädern an den Strand, genossen die Sonne und das warme Meer und erkundeten am Abend die Stadt. Dabei verliebten wir uns gleich in ein kleines nahegelegenes Restaurant (Le Look) und die nette Bedienung, assen hervorragenden Fisch und tranken den berühmten Muscat de Frontignan. Ein lecker französischer Süßwein des Languedoc.

Wir freuten uns schon auf den Markttag am nächsten Morgen und schlemmten uns durch die vielseitigen regionalen Angebote, allen voran, den leckeren französischen Nougat.

 

 

 

 

Frontignan geht in die Verlängerung:

Anschließend warteten wir auf die Öffnung der Brücke, parkten unser Boot um und verbrachten noch einen weiteren Tag in Frontignan. Der Grund dafür war die relativ windige Wetterprognose, die für den nächsten Tag auf dem See, den wir als letzten Punkt unserer Reise überqueren mussten, angesagt war.

Auch wenn wir ein wenig Sorge hatten, dass sich die Prognose womöglich auch den Tag darauf nicht verbessern würde, hofften wir darauf und genossen den verlängerten Aufenthalt in diesem schönen Städtchen.

Auf dem Weg zur letzten Etappe:

Glücklicherweise war die Wetterprognose für den See am nächsten Tag besser, so dass wir uns nach einem typisch französischen Frühstück mit Café au lait und Baguette in einem kleinen Bistro am Rathausplatz auf den Weg zur letzten Etappe unserer Hausboot-Tour machen konnten.

So, das war der zweite Teil unserer Strecke mit dem Hausboot. Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick verschaffen und euch für diese traumhafte Natur begeistern.

Fernweh?

Sollte ihr nun an Fernweh leiden, dann stelle ich euch ein Attest zur Reisetauglichkeit aus und verordne euch eine ordentliche Dosis unberührter Natur in der wunderschönen Camargue. Nächste Woche geht es weiter mit Teil 3 unserer Strecke. Und so viel kann ich euch jetzt schon verraten; auch die war sehr schön.

Wenn ihr bis dahin virtuell noch ein bisschen verreisen möchtet, dann hätte ich hier einen Tipp im Norden Kroatiens für euch, der mir besonders am Herzen liegt, da ich dort die ersten Jahre meiner Kindheit verbracht habe. Weiter im Süden Kroatiens findet ihr hier einen Bericht. Ein tolles Berghotel in Österreich findet ihr hier und einen Tipp für das wunderschöne Slowenien hier. Und wer etwas weiter in die Ferne reisen möchte, kann hier meinen Reisebericht über Dubai lesen.

 

Fröhliches Fernweh und viel Spaß beim Planen des nächsten Urlaubs

Eure

Snježi

 

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