Der Kreißsaal: aus meiner persönlichen und beruflichen Sicht

Der Kreißsaal:

Der Kreißsaal: ein wahrhaft magischer Ort.

Ein Ort, an dem Wunder geschehen und gleichzeitig ein Gesicht bekommen; manchmal sogar zwei oder drei, selten sogar noch mehr.

Der Ort, an dem Frauen zu Müttern, Männer zu Vätern, Paare zu Eltern werden. Ein Raum, in dem Glück und Leid sehr nah beieinander liegen. Ein Ort, an dem ich während meiner Endphase der Facharztausbildung zur Kinderärztin viel Zeit verbracht habe.

Ein Raum, an den ich sehr gerne zurückdenke. Sowohl privat als auch beruflich.

Privat war es der Ort, an dem ich die beiden Wunder, die in meinem Bauch gewachsen waren, endlich kennen lernen und in die Arme schließen durfte. Der Ort, an dem mein Mann und ich zur Familie wurden.

Beruflich war es eine der prägendsten, intensivsten und zugleich schönsten Zeiten in meiner Ausbildung. Eine Zeit, die ich mir in einigen Aspekten manchmal zurückwünsche. Allerdings auch eine Zeit, in der mein Adrenalinpegel in Sekundenschnelle von Null auf Hundert ging. Die Früh-und Neugeborenen-Intensivstation und der Kreißsaal einer Uniklinik sind wahrlich ganz besondere Orte. Und über genau diese möchte ich euch heute berichten.

Die Dienste:

Als ich dort noch tätig war, lag das Dienstzimmer der diensthabenden Kinderärzte in einem abgelegenen Kellertrakt der Gynäkologie. Theoretisch hätte man hier seine Ruhe haben können, denn in den Raum verirrte sich nachts garantiert niemand sonst. Zwischen 5 und 6 Uhr morgens wurde es jedoch turbulent. Nämlich dann, wenn die Frühschicht des Pflegepersonals kam und sich im Vorraum umzog. Die Nachtschicht, die sich dann kurze Zeit später ebenfalls dort umzog, um nach getaner Arbeit nach Hause zu gehen, war i.d.R. ruhiger. Stumm war diese Schicht jedoch auch nicht, so dass die eh schon kurzen Nächte der Ärzte spätestens um 5 Uhr ein schnatterndes Ende fanden.

Theoretisch hätte man also schlafen können, aber praktisch war an Schlaf meist eh nicht zu denken. In der Anfangszeit auf dieser Station war man nämlich viel zu aufgeregt, als dass man hätte schlafen können. Und auch später war meist so viel los, dass man gar nicht zum Schlafen kam. Aber hätte man gewollt/gekonnt, so hätte man sich sich einen ähm keinen schöneren Raum dafür denken können.

Früh- und Neugeborenen-Intensivstation:

Nur ein Stockwerk höher lag der eigentliche Ort der “Bestimmung”: das Intensivzimmer und direkt daneben der Kreißsaal. Die meiste Zeit verbrachte man in dem mollig-warmen Intensivzimmer. Hier gab es neben dem tropisch-warmen Raumklima einige Inkubatoren, Intensiv-Baby-Betten, Liegestühle (für das Kangarooing von Eltern und Kindern), viele nette Schwestern und noch so einiges mehr.

Und in diesem Zimmer wurde Geschichte geschrieben, zumindest die Geschichte vieler Familien. Familien, die bangten, weil ihre Kinder viel zu früh auf die Welt gekommen waren. Familien, deren Kinder krank zur Welt gekommen waren. Mütter, die nach einem Kaiserschnitt im Rollstuhl zu ihren Kindern gebracht wurden und die ihr Kind dort das erste Mal sehen, berühren und ihr Herz erfüllen konnten. Väter, deren Frauen noch im OP waren und die ihre Kinder das erste Mal auf unserer Station sahen. Mütter und Väter, deren Kinder auf unserer Station lagen und die kamen, um sie das erste Mal auf den Arm bzw. die Brust zu nehmen. Die, die das wunderbare Gefühl des Kangarooings am eigenen Leib fühlen durften.

Die Känguru-Methode:

Das sog. Kangarooing oder die Känguru-Methode beruht auf der Beobachtung eines kolumbianischen Neonatologen, der aufgrund der steigenden Kinder-Sterblichkeit in seinem Land eine Methode entwickelt hatte, um den Mangel an Inkubatoren und Betreuungspersonal zu mindern. Er schlug vor, frühgeborene Kinder regelmäßig in Hautkontakt mit ihren Müttern zu bringen, um die Neugeborenen dadurch warmzuhalten und zu stillen.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die nachweisen konnten, dass Frühgeborene, die mit der Känguru-Methode versorgt werden, eine höhere Überlebenschance haben und weniger anfällig sind für schwere Krankheiten (z.B. Krankenhausinfektionen oder Atemwegserkrankungen). Unzählige Male konnten auch wir beobachten, wie sich selbst sehr kleine Frühgeborene auf dem Körper der Eltern (meist auf der nackten Brust) stabilisierten und messbar weniger Sauerstoff oder sonstige Medikamente benötigten. Trotz der Extremsituation, ein unfassbar schönes Erlebnis; nicht nur für die betroffenen Eltern und die kleinen Winzlinge, sondern auch für uns Mitarbeiter.

 

Der Kreißsaal: Fuß eines Frühgeborenen mit Sensor

 

Kreißsaal: Wenn das neue Leben viel zu früh beginnt:

Ein für mich sehr prägendes Erlebnis war das erste, viel zu früh geborene Kind, das ich auf unserer Station mitversorgen durfte. Es war in der 24. SSW, also ganze 4 Monate (!) zu früh zur Welt gekommen war. Damals war dies die medizinisch unterste Grenze, an der das Überleben (zumindest theoretisch) möglich gewesen ist. Heute wird sich diese Grenze schon verschoben haben es werden noch kleinere Frühchen eine Lebenschance haben. Doch welche Woche auch immer es ist: so weit vor dem Termin ist der Mensch einfach winzig klein, zerbrechlich und hilflos. Die Haut ist fast durchsichtig, das ganze Bündel Mensch gerade mal so groß, wie ein Brot. Und doch so voller Leben und oft auch so voller Lebenskraft. Und Lebenskraft benötigten sie auch, hatten ihre kleinen Körper doch viel durchzustehen.

Lebensfähig waren diese kleinen Menschlein ohne Hilfe von aussen definitiv nicht. Die Entscheidungen darüber, was in solchen Situationen möglich ist und was nicht, waren häufig extrem schwer zu treffen war und noch schwerer von außen zu beurteilen. Im Optimalfall trafen die Eltern, zusammen mit den beratenden Ärzten, die Entscheidungen. Oft jedoch traf es das Leben selbst. Und wenn es das tat, dann mussten wir es so hinnehmen. Oft war es unendlich traurig und manches Mal vielleicht auch ein Segen. Keiner weiß das genau. Keiner kann dies sicher beurteilen. Jedoch galt es für uns Ärzte, alles Menschenmögliche zu tun, um dem Leben eine Chance zu geben.

Ihr könnt sicher schon erahnen, was für eine emotionale Zeit dies gewesen ist.

Kreißsaal = Emotionen pur:

Und so emotional die traurigen Ereignisse waren, so freudig waren auch die Schönen. Ein neugeborenes Kind mit leichten Atemanpassungsstörungen im Kreißsaal in Empfang zu nehmen und es kurze Zeit später rosig in den Arm der Mutter zu legen, war wunderbar. Die vielen kleinen Frühchen, die dramatisch auf die Welt gekommen waren und sich ins Leben gekämpft hatten, im weiteren Verlauf gedeihen zu sehen, war unbeschreiblich. Sie mit ihren Eltern nach Monaten aus dem Krankenhaus zu verabschieden und bei Verlaufsuntersuchungen wachsend wiederzusehen, war gigantisch. Kinder, die zunächst scheinbar keine Chance hatten und sich doch mit voller Kraft ins Leben gekämpft hatten, einen kleinen Teil des Weges begleiten zu dürfen, war atemberaubend.

Die schier unbändigen Glücksgefühle der Mütter/Väter/Eltern, wenn sie ihr Kind das erste Mal im Kreißsaal sahen, prägten sich tief in mein Gedächtnis und mein Herz ein. Auch das Bild der reifgeborenen Kinder, die wegen kleiner Start-Probleme auf unserer Station gelandet waren und die neben den extrem kleinen Frühchen wie überdimensionale Wonneproppen wirkten, werde ich wohl nie vergessen.

Kreißsaal = Glücksmomente:

Meine persönlich schönsten Momente waren folgende: wenn die reifen Neugeborenen nachts, wenn ihre Mütter schliefen, unruhig wurden, die Schwestern anderweitig beschäftigt waren und ich nichts zu tun hatte. Dann nahm ich sie aus ihren Bettchen, bekuschelte oder beruhigte sie und legte sie dann zurück. Ja, das waren Momente, in denen auch mein Herz überquoll.

Andere Glücksmomente waren die, in denen eine der Intensivschwestern und ich zu einem Kaiserschnitt in den Kreißsaal gerufen wurden und zusammen auf das Kind warteten. In solchen Momenten, wenn der Papa noch nicht anwesend sein konnte und die Mutter noch im OP lag. In solchen Situationen gab es Momente, in denen so manch eines dieser kleinen Wesen uns aus großen Augen anschaute. Dieser Blick war immer wieder soooo besonders und ging auf direktem Wege ins Herz. Auch das waren Momente, die ich nie vergessen werde.

 

Der Kreißsaal: ein neugeborenes Baby im Handtuch

 

Kreißsaal: Väter am Rande der Verzweiflung:

Und auch die Momente, in denen ich zusammen mit der Schwester im Kreißsaal stand und auf die Geburt des Kindes wartete, zu der wir im Vorfeld aus unterschiedlichsten Gründen dazu gerufen worden waren. In dieser Zeit des Wartens hatte ich oft genug die Möglichkeit, die Väter zu beobachten / zu trösten / zu beruhigen. Denn um die Frau und das Kind / die Kinder kümmern sich andere, doch die Männer standen oft etwas “verloren” im Raum.

Es gab nicht wenige, die in einem kurzen unbeobachteten Moment die Aufmerksamkeit aller mit einem lauten Knall auf den Fußboden des Kreißsaals auf sich zogen. Es gab auch viele, die nicht wussten, wohin mit sich und ihrer Sorge / Unsicherheit / Angst. Und es gab sehr viele, die die Welt nicht mehr verstanden; wenn ihre Frauen sie plötzlich gnadenlos umbringen oder kastrieren wollten, sie verfluchten und beschimpften. Es gab Männer, die alles gaben, um es ihrer Frau recht zu machen und die ihr doch nicht helfen konnten. Es gab Männer, die lachten, die weinten, die hysterisch schrien, die selbst zu Kindern wurden.

Und es gab viele, die gerade noch sicher waren, ihre Frau müsse im nächsten Moment sterben und der sie nur wenige Sekunden später die Handtasche / den Lippenstift / das Handy reichen sollten; nämlich dann, wenn das Kind auf der Welt war und der eben noch unerträgliche Schmerz plötzlich wie weggeblasen schien. Was für eine Achterbahn der Gefühle! Denn darauf, wie es sich am Ende für einen selbst anfühlt, konnte sie kein Vorbereitungskurs dieser Welt vorbereiten. Denn es war und ist so unterschiedlich, wie der Mensch selbst.

 

Der Kreißsaal: Schild mit Aufschrift

 

Und auch wenn man(n) sich auf die Gefühle nicht wirklich vorbereiten kann, so kann man sich zumindest mit der Geburt an sich vertraut machen; wenn auch nur theoretisch. Aber dennoch kann ich gar nicht oft genug betonen, wie wichtig ich die Geburts-Vorbereitungskurse finde (zumindest vor dem ersten Kind).

Warum ich die Möglichkeiten zur Maximalversorgung gerade beim Thema Geburt so wichtig finde:

Noch mehr möchte ich jedoch betonen, wie wichtig ich es finde, in einem Krankenhaus der Maximalversorgung zu entbinden. Ich weiss, dass man als Arzt ein leicht “versch(r)obenes” Bild auf Geburten bekommt, wenn man lange Zeit in diesem Bereich tätig war und viel (Dramatisches) gesehen hat. Und ich weiß auch, dass Geburten die Natürlichste Sache der Welt sind und dass in den meisten Fällen alles gut geht. Allerdings weiß ich auch, dass viele Mütter / Paare im Vorfeld ihre Wunschklinik oftmals nach äußeren Kriterien auswählen: Ambiente des Kreißsaals, Kerzenschein, Badewanne, Playlist mit den Wunschliedern, Frühstücksbuffet etc.pp.

Aber glaubt mir: egal, für was ihr euch entscheidet, am Ende, kurz vor der Geburt des Kindes, werdet ihr vermutlich auf dem Rücken liegen und weder auf die Kerzen achten noch an das Frühstücksbuffet denken. Es wird einzig und allein um die Tatsache gehen, dass das Baby und ihr selbst die Geburt gut übersteht. Und gerade da zählen manchmal nur die “nackten medizinischen Fakten”: Wie viele Hebammen, Gynäkologen, Kinderärzte, Anästhesisten sind vor Ort? Und vor allem: wie SCHNELL sind sie vor Ort? Sind sie nur wenige Schritte entfernt oder haben sie eine Anfahrt vor sich?

Und eins ist sicher, in den (zugegeben wenigen!) Fällen, in denen eine Geburt nicht nach Plan verläuft und Komplikationen auftreten: in denen zählen Minuten! Und sämtliche Kerzen dieser Welt (oder was auch immer man an äußeren Umständen anführen könnte) sind nichts wert, wenn die Wege zu lang sind. Kein Frühstücksbuffet kann eine Mutter trösten, deren Kind aufgrund von Problemen in einer anderen Klinik versorgt werden muss.

Meine persönliche Meinung:

Bisher habe ich diesen sehr persönlichen Rat i.d.R. nur dann gegeben, wenn ich direkt nach meiner Meinung gefragt worden bin. Hier tue ich es, weil ich zumindest darüber informieren will. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass man in einem Fall, in dem es um das Leben von mindestens zwei Menschen geht, nicht zu viel über Sicherheit nachdenken kann. In den Fällen, in denen alles gut geht und auch ohne Maximalversorgung gut gehen würde, geht man höchstens das Risiko ein, dass man sich über die äußeren Umstände ärgert. Und das darf man auch; welch ein Glück, wenn man sich darüber ärgern darf.

Aber in den Fällen, in denen man gar nichts Böses denkt und dann plötzlich und unverhofft vor einem menschlichen Drama steht, ist es Gold wert, alle Möglichkeiten der modernen Medizin ausschöpfen zu können. Natürlich weiß ich, dass auch dann nichts garantiert oder sicher ist. Ich weiß auch, dass überall, wo Menschen arbeiten, Fehler passieren können. Aber ich persönlich finde es unglaublich wichtig, dass im “Fall eines Falles” alle erforderlichen medizinischen Maßnahmen ergriffen werden können.

Ich weiß auch und schätze es sehr, dass viele (kleine/kleinere) Kliniken, Geburtshäuser, Hebammen, die Hausgeburten betreuen, eine wunderbare und großartige Arbeit leisten. Aber ich weiß auch, wie eeeeeewig lang der Weg von einem solchen Ort zur Uniklinik im Notfall sein kann. Und diesen Post schreibe ich eben nicht für Klinik A, Geburtshaus B oder Hebamme C, sondern für Dich / für Euch. Und lege euch meine Worte einfach nur ans Herz. Entscheiden müsst und werdet ihr selbst. Und wie auch immer ihr euch entscheiden werdet: die Wahrscheinlichkeit einer wunderbaren und ganz normalen Geburt ist sehr viel höher, als die, vor der man jede Familie so gerne bewahren würde.

Meine Erfahrung:

Ich selbst habe unsere beiden Kinder übrigens genau in dem Kreißsaal zur Welt gebracht, in dem ich noch kurz zuvor gearbeitet hatte. Und es fiel mir definitiv nicht leicht, mein Wissen auszublenden und mich in einem der innigsten, intimsten und verletzlichsten Momente meines Lebens in die Hände meiner Kollegen zu begeben. Gleichzeitig gab es mir aber auch ein unglaubliches Gefühl von Vertrautheit und Vertrauen und am Ende ist es vielleicht genau das, was man braucht: Vertrautheit und Vertrauen. Dass alles gut geht und alles gut wird. Genau das wünsche ich euch. Vor allem natürlich den Schwangeren und allen werdenden Eltern unter Euch.

 

Der Kreißsaal: zwei kleine Babyfüße mit Gänseblümchen

 

Zwei wichtige Dinge zum Schluß:

Bevor ich meinen Post beende, möchte ich noch zwei Dinge tun.

Danke:

Zum Einen möchte ich mich bei meinen ehemaligen Kollegen, Oberärzten, den Chefs der beiden Kliniken (Pädiatrie und Gynäkologie) bedanken. Vor allem aber auch bei den Hebammen und Schwestern, die mir so viel beigebracht und die mich stets herzlich und respektvoll behandelt haben. Danke für diese tolle Zeit, an die ich auch nach fast 15 Jahren noch so gerne zurückdenke.

Schieflage: Pflegenotstand und fehlende Hebammen:

Zum anderen möchte ich auf einen Umstand hinweisen, der aus meiner Sicht untragbar ist. Der Mangel an Pflegekräften und an Hebammen. Keine Klinik / Verwaltung dieser Welt wird ihren eigenen Arbeitsplatz langfristig erhalten können, wenn sie die Arbeitsplätze der Pflegekräfte und Hebammen nicht sichert und angemessen bezahlt. In keinem anderen europäischen Land muss sich eine Pflegekraft um mehr Patienten kümmern als in Deutschland.

Meines Erachtens müssen die Arbeitsbedingungen dringend so verändert werden, dass die vielen hoch-motivierten und bestens ausgebildeten Menschen, die diese Berufe immer noch mit viel Leidenschaft ausüben, die Leidenschaft beibehalten und dafür angemessen bezahlt werden. Nur so kann die Versorgung von kranken und pflegebedürftigen Menschen langfristig gesichert werden. Und krank und / oder pflegebedürftig kann jeder von uns werden. Manchmal (leider) schneller, als man denkt.

Umdenken:

Die Tatsache, dass an vielen Kliniken ein Pflegenotstand herrscht, sollte uns und der Politik besser gestern als heute zu Denken geben. Und die Tatsache, dass zwar (erfreulicherweise) die Geburtenraten endlich wieder steigen, es in den Kreißsälen jedoch viel zu wenige Hebammen gibt, wirft spätestens jetzt die Frage auf, wer denn die zukünftigen Kinder unserer Gesellschaft auf die Welt holen soll? Auch die Tatsache, dass viele Hebammen ihre horrend hohen Haftpflichtversicherungen nicht mehr zahlen und somit kaum mehr freiberuflich arbeiten und z.B. die wichtige Wochenbettbetreuung gewährleisten können, sollte uns zu Denken geben.

Kindern auf die Welt zu helfen, Müttern beizustehen, kranke Menschen gesund zu pflegen und ältere Menschen zu umsorgen ist m.E. der höchste Einsatz von Menschen für Menschen und sollte als solches auch respektiert und gewürdigt werden!

 

Was habt ihr für Erfahrungen im Kreißsaal gemacht?

Wo habt ihr entbunden? Wie verlief die Geburt und nach welchen Kriterien habt ihr die Geburtsklinik ausgesucht? Über eure Rückmeldungen und Erfahrungen freue ich mich.

Bleibt gesund und munter. Und laßt euch (selbst durch Berichte wie diesen) nicht verunsichern. Seht ihn vielleicht einfach als Hilfe zur Entscheidungsfindung an.

 

Einen “Geburtsbericht der besonderen Art” bzw. wie ich fast zum Geburtshelfer im Piratenbett unseres Sohnes geworden wäre, könnt ihr übrigens hier nachlesen.

 

Liebe Grüße und alles Gute

eure

Snježi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*-Fotos, Quelle pixabay

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5 Comments

  1. Alexi
    6 Monaten ago

    Liebe Snjezi,
    so ein schöner Beitrag. Auch ich erinnere mich gerne an die Geburten meiner drei Kinder, auch wenn alle unterschiedlich waren. Beim ersten hatte ich ja, auf dein Anraten hin, in einer Uniklinik entbunden. Alles schien unkompliziert und doch kam es anders. Wegen einer Atemanpassungsstörung musste er in der Kinderklinik versorgt werden. Gut, dass sie direkt nebenan war und wir ihn dort gleich besuchen und känguruhen durften. Bei den anderen beiden Geburten, die in zeitlich unterschiedlichen Abständen waren, konnten wir schon den beginnenden Personalmangel spüren. Auch wenn alle ihr Bestes gaben, wolle man als Patient keine Mühe machen, da man merkte, dass alle am Limit waren. Gerade in dieser wichtigen und sensiblen Zeit der Familiengründung wünscht man sich doch die bestmögliche Unterstützung für Eltern und Kinder.
    Liebe Grüße
    Alexi

    Reply
    1. die Kinderherztin
      6 Monaten ago

      Liebe Alexi,
      vielen lieben Dank für Deine Rückmeldung.
      Ich kann mich noch so gut an die Geburt Deines ersten Kindes erinnern, als wäre es “gestern” gewesen. Und habe ich nicht gerade erst Dein jüngstes Wunderwerk in der Klinik bestaunt?
      Nein, es ist wohl schon ein paar Jahre her 😉
      Und was die Geburten anbelangt, ist es (nicht selten) genau so, wie Du es beschrieben hast: alles scheint unkompliziert und dann kommt es doch anders, als geplant. Und genau für diese Situation sollte man zumindest alle Möglichkeiten “vor Ort” haben.
      Eine “bestmögliche Unterstützung für Eltern und Kinder in dieser sensiblen Zeit der Familiengründung” ist genau das, was auch ich uns und allen werdenden Familien wünsche.
      Liebe Grüße
      Deine Snjezi

      Reply
  2. LINDA
    6 Monaten ago

    Hallo, ein wunderbarer Artikel. Ich selber habe auch meine zwei kleinen Wunder in einer Uniklinik zur Welt gebracht aus deinen eben genannten Gründen. Ich wollte unbedingt eine Kinderklinik vor Ort und war auch sehr froh das ich mich so entschieden habe. Meine Kleiner wurde erst einmal unverhofft per Kaiserschnitt geholt… Auch wenn das sicherlich sehr häufig vorkommt allerdings wurde er einen Tag nach Entbindung wegen einer Infektion auf die Neugeborenenintensiv verlegt. Es verlief Gott sei Dank alles gut und wir durften nach 5 Tagen entlassen werden.
    Danke für deine Worte zum Pflegenotstand. Ich bin selber Krankenschwester und betroffen von vielen Überstunden, Einspringen aus dem Frei, immer mehr aufwendigeren Patienten bei gleichem oder weniger Personal, Missmut, Unmotiviertheit und Angst Fehler zu machen. Ich hoffe sehr es wird sich endlich in naher Zukunft etwas ändern.
    LG Linda

    Reply
    1. die Kinderherztin
      6 Monaten ago

      Liebe Linda,
      vielen Dank für Deine tolle Rückmeldung.
      Die Kinderklinik vor Ort zu haben, ist ein wirklich wichtiger Punkt. Denn “kleine” Anfangsschwierigkeiten gerade bei der Atmung und auch nach Kaiserschnittgeburten sind tatsächlich nicht selten. Meist bessern sie sich auch schnell, aber wenn in dieser Zeit das Kind in einer anderen Klinik untergebracht werden muß, als die Mutter, ist das für den Start eine sicher noch belastendere Situation. Wie schön, dass bei euch alles gut verlaufen ist.
      Und Deine Beschreibung über die Situation der Pflegekräfte beschreibt die Lage so treffend. Ich glaube, dass gerade die Angst, Fehler zu machen in einer Situation, in der man eh schon überlastet ist, immens hoch ist und einen zusätzlich “lähmt”. Man muß, trotz schlechter Arbeitsbedingungen perfekt “funktionieren” und ist selbst auch nur ein Mensch. Ich finde, das geht nicht und muß dringend geändert werden. Schließlich geht es um Menschenleben.
      Ich wünsche Dir und Deiner Familie von Herzen alles Gute.
      Und allen Berufen, die so eine wichtige Arbeit für unsere Gesellschaft leisten, wie die Pflegekräfte, dass sich die Arbeitssituation so deutlich verbessert, dass man die Arbeit wieder ungetrübt und mit Freude verrichten kann.
      Liebe Grüße
      Snjezi

      Reply
  3. Sabrina
    6 Monaten ago

    Hallo Snjezi..😊 Deine Erzählung aus deiner Zeit bei uns auf der 12n hat mich sehr gefreut. Ich sehe uns noch am Reatisch stehen.. 😂 soo oft.. Ich bin Sabrina, wahrscheinlich erinnerst du dich nicht mehr, ich aber umso mehr an dich.. Mit dir hat es unglaublich viel Spaß gemacht zu arbeiten👍 Mittlerweile sind wir ja an einem neuen Standort:) Wir haben jetzt sooo viel mehr Platz.. Komm doch mal vorbei und schau es dir an, du wirst staunen, wie sich alles verändert hat. Ich wünsche alles Gute für dich und deine Familie😊 Ganz liebe Grüße von Schwester Sabrina🤗

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