Die Zecke: Blutsauger mit Infektionsrisiko

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Vor einiger Zeit hatte ich euch im Rahmen einer Fragerunde auf Instagram aufgefordert, mir eure Themenwünsche zukommen zu lassen. Mit großer Mehrheit ergab sich dabei der Wunsch nach einem Beitrag über Zecken. Und da ich eure Wünsche gerne erfülle und das Thema saisonal gerade sehr aktuell ist, habe ich eure Fragen gesammelt und versucht, sie im Rahmen des aktuellen Beitrags zu beantworten.

Die Zecke, ein blutsaugender Verwandlungskünstler mit großem Appetit:

Wer Kinder und/oder ein felltragendes Haustier hat bzw. sich viel in der Natur aufhält, wird sie kennen: die Zecke. Ein krabbeliges Spinnentierchen auf acht Beinen, das sich während eines “all-inclusive Urlaubs” auf dem Körper eines sogenannten Wirtes (Mensch oder Tier) innerhalb kurzer Zeit von einem Winzling zu einem Riesen verwandeln kann. Tatsächlich kann sie ihr Gewicht nach einer Blutmahlzeit bis um das 200-fache ihres Ausgangsgewichts vervielfachen. Zu Hause ist die Zecke überall dort, wo es Gräser und Sträucher gibt und erfreut sich, trotz (oder gerade) wegen ihrer erstaunlichen Verwandlungskünste, keiner allzu großen Beliebtheit.

Im Prinzip kann man ihr auch keine “böse Absicht” unterstellen, wenn sie sich auf dem Körper eines Wirtes niederlässt; vielmehr wird sie vom Hunger getrieben und wartet lediglich auf den geeigneten “Blut-Lieferservice” in Form eines Menschen oder Tieres. Warten kann sie übrigens lange, denn nach einer einzigen Blutmahlzeit kann sie bis zu mehrere Jahre genügsam und geduldig auf den nächsten “Blutspender” warten.

Erstaunliche Superkräfte:

Das und viele andere erstaunliche Fähigkeiten machen sie zu einem wahren Verwandlungs- und Überlebenskünstler. Wusstet ihr, dass sie bis zu drei Wochen unter Wasser oder auch einen Schleudergang in der Waschmaschine bei 40°C locker überleben kann? Auch ein Tag im Gefrierfach macht ihr nichts weiter aus. Sie verfügt also über zahlreiche Superkräfte, mit denen sie sich gegen unsere Abwehrmaßnahmen schützen kann. Infos, wie diese und viele andere findet ihr z.B. auch hier.

Mit freundlicher Genehmigung, Copyright: Pfizer | www.zecken.de

 

Im Folgenden möchte ich auf die häufigsten, von euch gestellten Fragen zum Thema Zecken eingehen:

 

Welche Folgen kann ein Zeckenstich haben?

Kleine Info vorweg: korrekt heißt es tatsächlich Zecken-STICH nicht Zecken-Biss, denn Zecken haben lediglich einen Stechapparat und keine (“Vampir”-)Zähne 😉

Der Stich einer “gesunden” Zecke wäre im Prinzip, bis auf den -meist lokal begrenzten- Juckreiz an der Stichstelle und den eventuell vorhandenen Ekelfaktor beim Gestochenen, nicht weiter dramatisch. Allerdings gibt es beim Leichtgewicht Zecke ein schwerwiegendes Problem: sie kann selbst mit Krankheitserregern infiziert sein (Bakterien oder Viren) und diese im Rahmen der Blutmahlzeit auf den Wirt übertragen. Dabei gelangen die Erreger aus dem Darm bzw. den Speicheldrüsen der Zecke über den Stechapparat in den Körper des Blutwirtes und können verschiedene Krankheiten hervorrufen.

 

Durch Zecken übertragbare Erkrankungen:

Zecken können verschiedene Erkrankungen übertragen. Die zwei bekanntesten und klinisch relevanten sind die Borreliose (durch Bakterien ausgelöst) und die FSME = Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (durch Viren ausgelöst). Während die Viren, die die FSME verursachen, vor allem in speziellen Risikogebieten vorkommen, ist die Verbreitung der Bakterien, die die Borreliose verursachen, nicht auf spezielle Regionen beschränkt.

Risikogebiete:

In einigen Regionen Deutschlands oder auch in unserem Nachbarland Österreich sind übrigens sehr viele Zecken mit Viren infiziert, so dass das Risiko der durch Zecken übertragenen FSME dort besonders groß ist (sog. Endemiegebiete). Durch die oft milden Winter und warmen Sommer der letzten Jahre, verändern sich die Risikogebiete jedoch fortwährend und breiten sich zunehmend auch in nördlich(er)e Regionen Deutschlands aus (siehe auch hier)

Borreliose ( = Lyme-Borreliose):

Auf die genauen Einzelheiten der Erkrankung möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, da sie den Umfang des Beitrags sprengen würden. Wichtig ist vor allem:

  • Borreliose ist die häufigste, durch Zecken übertragene Erkrankung
  • Erreger der Erkrankung sind Bakterien aus der Gattung der Borrelien
  • Zeitspanne zwischen der Infektion mit dem Erreger und dem Auftreten erster Symptome (Inkubationszeit) kann unterschiedlich lang sein und wenige Tage bis zu mehrere Wochen betragen
  • in vielen Fällen verursacht die Infektion übrigens keine Symptome
  • wenn es zu Krankheitssymptomen kommt (je nach Dauer sind unterschiedliche Stadien der Erkrankung möglich), können sie sich an unterschiedlichen Organen äußern
  • am häufigsten betroffen sind folgende Organe:
  • Haut: typisch die sog. Wanderröte (= Erythema migrans): tritt in den meisten Fällen als randbetonte, nicht erhabene Rötung auf, welche sich im Verlauf zunehmend zentrifugal ausbreitet; häufig besteht ein symptomfreies Zeitintervall (mind. 3 Tage) zwischen Zeckenstich und Beginn der Rötung; allerdings können auch atypische Verläufe, ohne die typische Rötung, sowie weitere Hauterkrankungen vorkommen
  • weitere Organe: Nervengewebe (frühe und späte Neuroborreliose), Gelenke (Lyme-Arthritis) oder Herz (Lyme-Karditis)
  • Therapie: antibiotisch
  • Impfung: nicht möglich

FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis):

  • wird durch Viren verursacht
  • Zecken in Risikogebieten sind häufig mit den Viren infiziert
  • die Symptome der FSME sind vielfältig:
  • häufig grippeähnliche Symptome, jedoch auch Entzündung der Hirnhäute bzw. des Gehirns ( = Meningo-Enzepalitis) möglich
  • eine Infektion kann im schlimmsten Falle tödlich enden
  • die Schwere des Verlaufes ist u.a. auch vom Lebensalter des Patienten abhängig und steigt mit zunehmendem Alter an
  • bei Kindern verläuft eine Infektion nicht selten unbemerkt (grippeähnlich), allerdings sind gerade Kinder beim Spielen auf Wiesen, in Wäldern, auch in Gärten oder naturnahen Spielplätzen, besonders anfällig für einen Zeckenkontakt und können grundsätzlich ebenfalls erkranken
  • keine spezielle Therapie möglich
  • Impfstoff vorhanden

 

Während es also nach einer Infektion mit dem Erreger der Borreliose die Möglichkeit gibt, eine zielgerichtete antibiotische Therapie einzuleiten, um Folgeschäden zu verhindern, ist dies bei der FSME nicht möglich. Das heißt, gegen die durch Viren ausgelöste Erkrankung gibt es bisher keine spezielle Therapie, so dass man im Falle einer Infektion quasi den “schicksalhaften” Verlauf abwarten und in Kauf nehmen muss. Allerdings ist es bei der FSME möglich, sich durch eine Impfung gegen die Erkrankung zu schützen.

 

Mit freundlicher Genehmigung, Copyright: Pfizer | www.zecken.de

 

Reicht es aus, die Zecke nach einem Stich selbst zu entfernen oder sollte man dafür immer einen Arzt aufsuchen?

Wichtig ist es, die Zecke nach einem Stich möglichst vollständig und vor allem schnell zu entfernen, da insbesondere die Übertragung der FSME-Viren sofort über den Speichel der Zecke erfolgen kann. Dabei reicht es grundsätzlich aus, die Zecke selbst zu entfernen. Allerdings sollte man darauf achten, dass man sie korrekt entfernt (kein Drehen oder Quetschen, keine Flüssigkeiten auf die Zecke geben!) und dass man alle Teile der Zecke erwischt. Wenn man sich nicht sicher ist oder noch Reste der Zecke in der Einstichstelle verbleiben sollten, sollte man einen Arzt aufsuchen.

 

Wie lange muss ich die Stichstelle beobachten?

Die Zeitspanne, die zwischen dem Stich und dem Auftreten von Symptomen, wie z.B. der sog. Wanderröte liegt, kann sehr unterschiedlich sein (5 Tage nach Zeckenstich bis zu 8 Wochen später). Daher ist nicht so sehr die Zeitspanne wichtig, sondern dass man im Hinterkopf behält, dass es überhaupt einen Zeckenstich gegeben hat. Ich persönlich würde empfehlen, ein Handy-Foto von der Stichstelle zu machen und sie auch grob auszumessen (Größe vermerken). Auf dem Handy hat man dann sowohl den Ort der Einstichstelle als auch das Datum festgehalten und kann bei Bedarf (wenn z.B. Rötungen oder sonstige Unklarheiten auftreten) darauf zurückgreifen und ggf. auch einen Vergleich ziehen (hat die Rötung zugenommen? o.ä.).

 

Wie sieht eine Lokalreaktion nach einem Zeckenstich aus?

Auf dem unteren Bild seht ihr eine sog. Lokalreaktion (wie nach einem Mückenstich). Diese Rötung war kurz nach dem Stich und der Entfernung einer Zecke aufgetreten (äußerer Kreis), hatte sich innerhalb eines Tages ohne weitere Symptome von alleine wieder zurückgebildet (innerer Kreis) und war einige Tage später komplett verschwunden.

Im Zweifel sollte man bei jeglichem Hautbefund nach einem Zeckenstich einen Arzt aufsuchen, um abklären zu lassen, ob es sich um eine harmlose Lokalreaktion oder eine ernst zu nehmende und behandlungsbedürftige Wanderröte handelt! Auch bei unklaren Gelenkschmerzen oder neurologischen Symptomen sollte man immer auch an einen Zeckenstich denken.

 

 

Ist es sinnvoll, die Zecken nach erfolgreicher Entfernung in ein Labor zu schicken, um sie auf mögliche Krankheitserreger testen zu lassen?

Grundsätzlich ist das möglich. Allerdings ist die Untersuchung von Zecken auf Infektionserreger wie Borrelien oder FSME-Viren nicht wirklich zielführend. Ein positiver Nachweis von Borrelien bzw. FSME-Viren in der Zecke heißt zunächst „nur“, dass die Zecke infiziert war. Wir wollen jedoch nicht wissen, ob die Zecke infiziert war, sondern, ob die Erreger auf den Menschen übertragen worden sind. Und genau diese Frage beantwortet uns die Untersuchung nicht.

Schlussendlich kann man sie nur über eine entsprechende Blutuntersuchung des Patienten beantworten. Bei dieser werden spezifische Antikörper im Blut des Patienten untersucht. Da deren Ausbildung einige Zeit erfordert und oft erst nach Wochen eine endgültige Aussage liefert, würde bei Verdacht auf eine Infektion mit Borrelien bis zum endgültigen Ergebnis wertvolle Zeit verstreichen. Daher ist für die Antwort auf die Frage: “antibiotische Therapie, ja oder nein?”, vor allem eins wichtig: die Krankengeschichte und der klinische Befund beim Patienten.

Auch der positive Nachweis von FSME-Viren in der Zecke würde keine prophylaktischen Maßnahmen nach sich ziehen, da für die FSME keine gezielte medikamentöse Therapie verfügbar ist.

Somit wäre man weder bei einem positiven Befund bei der Zecke nicht „schlauer“ als vorher und kann sich meines Erachtens die Kosten für eine solche Untersuchung sparen.

 

Gibt es in Deutschland oder anderen Ländern mit hohem Zeckenaufkommen (z.B. Österreich) eine Pflicht zur Impfung gegen FSME?

Soweit mir bekannt ist, gibt es auch in Österreich keine Impfpflicht, sondern lediglich eine Empfehlung (so, wie auch in Deutschland). Allerdings ist sie in Österreich, anders als bei uns, im empfohlenen Impfkalender bereits mit enthalten (eben wegen des höheren Aufkommens von infizierten Zecken).

In Deutschland empfiehlt die STIKO eine Impfung für Personen, die sich in FSME-Gebieten aufhalten oder dort wohnen und von Zecken gestochen werden könnten. Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung ist natürlich von mehreren Faktoren abhängig und sollte zusammen mit dem behandelnden Arzt getroffen werden. Sie ist immer eine Abwägung zwischen Nutzen und Risiko.

Viele weitere Infos zu den allgemein in Deutschland empfohlenen Standardimpfungen findet ihr hier.

 

Wie wirkt so eine Impfung?

Der FSME-Impfstoff enthält inaktivierte FSME-Viren und bewirkt die Produktion spezifischer Antikörper gegen den Erreger. Nach einer kompletten Impfung ist der Körper in der Lage, im Falle einer Infektion, die Viren mit Hilfe der gebildeten Antikörper zu bekämpfen.

 

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Impfung wird für alle Personen empfohlen, die in sog. Endemiegebieten leben oder dort Urlaub machen wollen. Auch wenn die Erkrankung bei Kindern meist “harmloser” verläuft, als bei Erwachsenen, sind gerade Kinder durch das Spielen im Freien besonders gefährdet. Somit gilt in Risikogebieten die Empfehlung für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Ab welchem Lebensalter können Kinder geimpft werden und wie unterscheidet sich die FSME-Impfung von Kindern und Erwachsenen?

Geimpft werden können Kinder ab einem Jahr. Das Impfschema ist bei Kindern und Erwachsenen gleich, allerdings wird für Kinder ein spezieller Impfstoff verwendet

Wie wird die Impfung vertragen und was sind die häufigsten Nebenwirkungen?

Da der Impfstoff abgetötete Erreger enthält, wird er grundsätzlich gut vertragen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind kurzfristige Lokalreaktionen an der Impfstelle und Fieber.

 

Wer trägt die Kosten für eine Impfung?

Die Kosten für die Impfungen von gefährdeten Bevölkerungsgruppen (also von denen, die in Endemiegebieten leben oder dort Urlaub machen wollen) werden i.d.R. von den Krankenkassen übernommen.

 

In welchen Abständen erfolgt die FSME-Impfung und ab wann ist man damit geschützt?

Die erste Impfung kann im Prinzip jederzeit erfolgen, wobei der beste Zeitpunkt für die erste Impfung die Wintermonate sind, da in dieser Zeit die Zeckengefahr am geringsten ist und man bereits nach der zweiten Impfung einen gewissen Impfschutz hat. Die zweite Impfung erfolgt 1-3 Monate später. Bereits nach der zweiten Impfung besteht ein gewisser Impfschutz, allerdings ist dieser noch unvollständig und hält nur kurze Zeit an. Daher sollte 5-12 Monaten später die dritte Impfung erfolgen.

Wichtig ist also, dass die Impfung in drei Schritten erfolgt und der vollständige Impfschutz erst nach 6 -12 Monaten besteht.

Grundimmunisierung:

  • 1. Impfung
  • → 1-3 Monate später:
  • 2. Impfung
  • → 5-12 Monaten später:
  • 3. Impfung

Auffrischung:

  1. Auffrischung: nach drei Jahren
  2. danach alle 3-5 Jahre

 

Was kann ich tun, wenn kurzfristig ein Aufenthalt in einem FSME-Risikogebiet ansteht oder ein Schutz noch in den Sommermonaten erreicht werden soll?

In einem solchen Fall besteht die Möglichkeit einer sogenannten Schnellimmunisierung. Damit lässt sich innerhalb weniger Wochen ein saisonaler, also deutlich kürzerer, Impfschutz aufbauen. Bei Bedarf wird euch der Haus- oder Kinderarzt vor Ort darüber informieren.

 

 

Wie kann ich mich vor einem Zeckenstich schützen?

Da man nie weiß, an was für eine Zecke man bei einem Stich “gerät” (infiziert oder nicht), macht es Sinn, sich im Vorfeld vor einem möglichen Stich zu schützen. Hierbei können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  1. So verlockend ein Spaziergang abseits vom Wegesrand im Wald oder querfeldein über eine hochgewachsene bunte Sommerwiese auch sein mag, man sollte sich stets im Klaren darüber sein, dass sich gerade hier auch Zecken besonders gerne aufhalten. Wenn es sich also nicht vermeiden lässt, sollte man zum Einen auf die geeignete Kleidung achten (s.u.) und zum Anderen den Körper nach einem solchen Spaziergang gründlich auf Zecken absuchen. Hier sind insbesondere Körperregionen wichtig, zu denen die Zecke nicht weit “bergauf” krabbeln muss und in denen es schön warm ist, wie  z.B. die Kniekehlen oder auch die Bauch-Leistenregion. Da Kinder i.d.R. kleiner sind, findet man bei ihnen Zecken auch gerne im Kopf-Nackenbereich. Im Prinzip können sich Zecken überall auf dem menschlichen Körper wohl fühlen.
  2. Geeignete Kleidung: Alles, was der Zecke den Körperkontakt zum Wirt erschwert, kann hilfreich sein. Lange Hosen und Oberteile mit langen Ärmeln sind ebenso vorteilhaft, wie Hosenbeine, die in Socken stecken. Festes Schuhwerk kann ebenfalls helfen, der Zecke den Weg zum “Blutspender” zu erschweren. Da man Zecken auf heller Kleidung besser sehen kann, bietet sie sich bei einem Wald- und Wiesenspaziergang besonders an.
  3. Auch Repellentien können helfen, Zecken abzuwehren (s.u.).

 

Was sind Repellentien und wie wirken sie?

Repellentien (syn. Repellents) sind Biozid-Produkte, die i.d.R. synthetisch hergestellt werden und Substanzen enthalten, die auf Zecken (oder auch andere Insekten) abstoßend wirken sollen (englisch repellent = abstoßend). Letztendlich sollen sie das Risiko für einen Stich reduzieren. Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Produkte, die sich sowohl in der Darreichungsform (Spray, Creme etc) als auch in der Wirkweise unterscheiden. Welches Produkt in welchem Alter geeignet ist, ist pauschal schwer zu beantworten. Im Zweifel wird euch der Arzt oder Apotheker vor Ort beraten.

Vorsicht:

Wichtig ist mir in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass die Annahme, dass “natürliche” Wirkstoffe/ätherische Öle grundsätzlich besser verträglich seien, als synthetische, nicht immer richtig ist. Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern können auch ätherische Öle zu schweren Atemwegsreaktionen u/o Hautirritationen führen. Siehe auch Empfehlungen zum Thema Husten (hier). Lasst euch daher bitte beraten und lest die entsprechenden Beipackzettel gründlich durch.

 

Was sollte ich nach erfolgreicher Entfernung der Zecke beachten:

  • Desinfektion der Stichstelle
  • ggf Kühlen der Stelle, bei Bedarf Auftragen eines juckreizstillenden Gels
  • Absuchen des Körpers auf weitere Zecken
  • Ausmaß der Rötung markieren, am besten ein Handyfoto davon machen

 

Wann sollte ich nach einem Zeckenstich den Arzt aufsuchen:

  • wenn die Einstichstelle stark anschwillt, schmerzt, heiß wird oder pocht
  • wenn sich die Rötung an der Einstichstelle nicht rasch zurückbildet / erst nach einigen Tagen auftritt / sich im Verlauf ausbreitet
  • bei grippeähnliche Symptomen, wie z.B. Fieber oder Gliederschmerzen
  • bei unklaren Gelenkschmerzen, neurologischen Symptomen oder Herzbeschwerden

 

Ich hoffe, ich konnte eure zahlreichen Fragen zu dem Thema beantworten. Falls ihr weitere Fragen, Kommentare oder Anregungen habt, dann lasst es mich in den Kommentaren wissen.

 

Anmerkung:

Alle medizinischen Beiträge, die ich zu gesundheitlichen Themen auf meinem Blog verfasse, dienen ausschließlich der Information. Sie ersetzen in keiner Weise den Arztbesuch bei gesundheitlichen Beschwerden.

 

Ich wünsche euch einen unbeschwerten sowie Corona- und Zecken-freien Sommer.

 

Bleibt gesund und munter

eure

Snježi

 

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6 Comments

  1. Jenny
    3 Wochen ago

    Danke meine Meer-Swesta für diesen tollen Beitrag! Sehr informativ und leicht verständlich geschrieben. Wirklich klasse! <3

    Reply
    1. die Kinderherztin
      1 Woche ago

      Liebe Jenny,
      ein so lieber Kommentar und dann auch noch von meiner Meer-Swesta: das ehrt und freut mich wirklich sehr.
      Vielen Dank und liebste Grüße nach Leipzig
      Snjezi

      Reply
  2. Sarah
    3 Wochen ago

    Vielen Dank für den tollen beitrag! Erst kürzlich noch eine zecke bei meinem Sohn entfernt.

    Reply
    1. die Kinderherztin
      1 Woche ago

      Liebe Sarah,
      vielen Dank für die Rückmeldung. Es freut mich sehr, wenn der Beitrag hilfreich für Dich war.
      Liebe Grüße
      Snjezi

      Reply
  3. Tanja
    3 Wochen ago

    Danke für den sehr informativen Bericht! Gerade am WE hatten mich 4 Zecken nach einem Spaziergang erwischt, ich finde sie wirklich „gruselig“. Man kann nicht genug aufpassen! LG!

    Reply
    1. die Kinderherztin
      1 Woche ago

      Liebe Tanja,
      vier Zecken auf einen Streich? Wahnsinn!
      Danke für Deine lieben Worte. Darüber freue ich mich sehr.
      Liebe Grüße
      Snjezi

      Reply

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