Welttag Erste Hilfe

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Am 11. September diesen Jahres war nicht nur der 20.-ste Jahrestag eines furchtbaren Ereignisses, das sich in die Erinnerung vieler Menschen und Zeitzeugen fest eingebrannt und die Welt grundlegend verändert hat; es war auch ein Tag, der auf ein anderes, jedoch ebenfalls sehr wichtiges Thema hinweisen soll: auf die Erste Hilfe.

Erste Hilfe

Internationaler Tag der Ersten Hilfe:

Ein wichtiger Tag, denn Erste Hilfe Maßnahmen sind wichtig. Lebenswichtig sogar, schließlich können sie im Notfall Leben retten.

 

Leider sind jedoch die Zahlen zur Bereitschaft, Erste Hilfe zu leisten, in Deutschland immer noch alarmierend.

Wusstet ihr, dass:

•Fast die Hälfte aller Bundesbürger große Bedenken hätte, im Notfall Erste Hilfe zu leisten?

•In 80% aller Notfälle jegliche Hilfeleistung ausbleibt?!

•10% aller Todesfälle verhindert werden könnten, wenn rechtzeitig Erste Hilfe Maßnahmen eingeleitet worden wären?

•Die meisten Menschen Erste Hilfe Maßnahmen nicht einleiten, weil sie Angst davor haben, einen Fehler zu machen

 

Deutscher Rat für Wiederbelebung:

Herr Professor Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin an der Uniklinik in Köln und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rates für Wiederbelebung (German Resuscitation Council: GRC), verweist in einer Pressemitteilung auf die mehr als 70.000 Menschen, die jährlich in Deutschland an plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand versterben. „Eine stille Pandemie!“, sagt er. Wäre Wiederbelebung Bürgerpflicht, könnten wir mindestens 10.000 Menschenleben zusätzlich pro Jahr retten; wenn jeder wüsste, was in einer solchen Situation zu tun ist.

Leben retten ist kinderleicht – wenn man weiß, was zu tun ist!

Eigentlich ist es ganz einfach: Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand muss sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen werden. Denn es befindet sich bei Erwachsenen meist noch genug Sauerstoff im Blut. Durch den fehlenden Herzschlag kann dieser jedoch nicht zum Gehirn gelangen. Somit muss diese Funktion der/die Ersthelfer:in durch den unverzüglichen Beginn der Herzdruckmassage von außen übernehmen. Denn allein drei Minuten ohne Sauerstoff können das Gehirn irreparabel schädigen. Nach fünf Minuten ganz ohne Sauerstoff ist das Gehirn in nahezu allen Fällen tot. Trotz aller Bemühungen vergehen in Deutschland durchschnittlich neun Minuten, bis der Rettungsdienst mit Notarzt eintrifft. Ohne die rechtzeitige Einleitung der Ersten Hilfe also ein Wettlauf gegen die Zeit.

 

Faustformel im Notfall:

PRÜFEN – RUFEN – DRÜCKEN

Diese Faustformel beherrschen in Deutschland bisher leider nicht genügend Bürger.

 

#ichrettedeinleben

Die Kampagne #ichrettedeinleben hat das Ziel, die Laienreanimationsquote in Deutschland zu verbessern. Sie wurde durch das Bündnis „Wir beleben Deutschland wieder“ organisiert und von Herrn Professor Böttiger und Notärztin Dr. Holzner sowie zahlreichen Hilfsorganisationen, Verbänden, medizinischen Fachgesellschaften ins Leben gerufen.

Mit der Kampagne #ichrettedeinleben wird derzeit in den sozialen Medien auf das Thema aufmerksam gemacht. Sie begleitet eine Petition an den Deutschen Bundestag, mit der die Initiative eine bundesweite Einführung von zwei Stunden Reanimationsunterricht spätestens ab der 7. Klasse jährlich bis zum Ende der Schulzeit erreichen möchte. Damit könnten pro Jahr tausende Menschenleben in Deutschland zusätzlich gerettet werden.

Die Petition findet ihr hier. Mir eurer Unterschrift könnt ihr dabei helfen, das Thema auf die politische Bühne und damit in alle Schulen zu bringen.

 

Interview mit Herrn Professor Böttiger:

In einer Interviewkooperation mit littleplan, dem Team von erstehilferettetleben und mir, hat Herr Professor Böttiger ein Interview gegeben. Hierfür düste Meike von littleplan kurzerhand von Düsseldorf nach Köln; und vergaß für den guten Zweck sogar die kleine Fehde zwischen den beiden Großstädten 😉

 

Das Interview findet ihr hier

Darin erklärt Herr Professor Böttiger nicht nur das Ziel der Kampagne und die Petition, sondern hebt darüber hinaus die besondere Bedeutung der Reanimation im Kindesalter hervor.

 

Notfälle im Kindesalter:

•Im Kindesalter gehören Unfälle zu den größten Gesundheitsrisiken.

•Etwa die Hälfte aller Unfälle im Kindesalter ereignet sich im häuslichen Umfeld, der KiTa oder Schule bzw. im Freizeitbereich.

•Die Zahl der Kinder, die jährlich eine Unfallverletzung erleiden, wird auf ca. 1,7 Millionen geschätzt.

•Auch im Kindesalter könnten ca. 10% aller Todesfälle verhindert werden, wenn rechtzeitig Erste Hilfe Maßnahmen eingeleitet worden wären.

Gerade bei Notfällen im Kindesalter ist die Angst der Ersthelfer vor möglichen Fehlern meist sehr groß ist. Somit sind Erste-Hilfe-Maßnahmen im Kindesalter, trotz der grundsätzlich hohen Bereitschaft zu helfen, mit sehr vielen Ängsten verbunden. Nicht selten führt diese Hemmschwelle dazu, dass erforderliche Maßnahmen nur verzögert erfolgen oder sogar unterbleiben. Und das, obwohl auch hier der folgende Satz gilt:

Das Einzige, was Du in einer Notfallsituation falsch machen kannst, ist NICHTS zu tun!

 

Erste Hilfe

Empfehlungen zur Reanimation bei einem Erwachsenen:

Prüfen: den Patienten laut ansprechen und die Atmung prüfen: wenn keine Reaktion und keine Atmung vorhanden ist:

Rufen: den Notarzt unter 112 rufen und auch Personen in der näheren Umgebung durch lautes Rufen auf sich aufmerksam machen:

Drücken: und zwar in einer Frequenz von 30: 2, das bedeutet 30 Thoraxkompressionen, d.h. den Brustkorb 30 mal mittig zwischen den Brustwarzen mindestens 5-7 cm tief eindrücken, anschließend 2 mal beatmen und im Rhythmus 30:2 fortfahren (ohne Unterbrechung) bis der Notarzt eintrifft.

Wenn eine Atemspende nicht möglich ist (aus welchen Gründen auch immer!), reicht es aus, die Herzdruckmassage mit 120 mal pro Minute, durchzuführen.

 

Bei den Erste Hilfe Maßnahmen unterscheiden sich die Empfehlungen zur Reanimation beim Kind nur in einem Punkt von der Reanimation beim Erwachsenen:

Während bei Erwachsenen in den meisten Fällen kardiale Probleme (d.h. Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen) der Grund für einen Herz-Kreislaufstillstabd sind, sind es bei Kindern pulmonale Problemen (z.B. Verlegung der Atemwege durch Fremdkörper). Somit wird bei Kindern zu Beginn der Reanimation 5 mal beatmet.

 

 

Ansonsten unterscheiden sich die Empfehlungen zum Vorgehen bei der Laienreanimation nicht. Das heißt, hier lautet die Empfehlung:

Erste Hilfe:

Empfehlungen zur Reanimation bei einem Kind:

Prüfen: das Kind laut ansprechen und die Atmung prüfen: wenn keine Reaktion und keine Atmung vorhanden ist (oder Zweifel an der normalen Atmung bestehen):

Rufen: den Notarzt unter 112 rufen und auch Personen in der näheren Umgebung durch lautes Rufen auf sich aufmerksam machen:

Atemwege freimachen und 5 mal beatmen

Drücken: und zwar in einer Frequenz von 30: 2, das bedeutet 30 Thoraxkompressionen, d.h. den Brustkorb 30 mal mittig zwischen den Brustwarzen um 1/3 des Brustkorbdurchmessers tief eindrücken, anschließend 2 mal beatmen und im Rhythmus 30:2 fortfahren (ohne Unterbrechung) bis der Notarzt eintrifft.

 

Fazit:

Erste Hilfe ist wichtig und kann im Notfall Leben retten. Jede:r von uns kann jederzeit und überall Opfer eines Unfalls oder Notfalls werden; umso wichtiger ist es, dass wir uns mit dem Thema beschäftigen, die Maßnahmen lernen und keine Angst davor haben, Fehler zu machen.

 

Denn der einzige FEHLER, den wir im Notfall machen können, ist: NICHTS ZU TUN.

 

Bitte unterstützt die Petition #ichrettedeinleben und schaut auch unbedingt nach, wie lange euer Erste Hilfe Kurs her ist. Frischt eure Kenntnisse regelmäßig auf oder besucht einfach den nächsten Kurs vor Ort. Mittlerweile werden für all diejenigen, die aus zeitlichen Gründen keine Präsenzkurs besuchen können oder möchten, Online Kurse angeboten. Wo ihr einen für Kinder und Säuglinge findet, wisst ihr sicherlich 😉

 

Ich wünsche euch ein entspanntes Wochenende und eine unfallfreie Zeit.

 

Bleibt gesund und munter,

eure

Snježi

 

 

 

 

 

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