Covid-19 und die Gegenmaßnahmen: Kampf der Giganten

Die aktuelle Situation, in der wir uns durch das neuartige Coronavirus befinden, ist unbegreiflich und das Ausmaß der Folgen unvorstellbar. Die wissenschaftlichen Zusammenhänge sind komplex und wir sind erst am Anfang. Am Anfang des Begreifens und am Anfang des Handelns. Doch gerade jetzt ist es wichtig, dass wir alle versuchen zu verstehen, warum die Gegenmaßnahmen, auch wenn sie derzeit weitreichende persönliche Einschränkungen zur Folge haben, so wichtig sind. Und gerade weil die Zusammenhänge z.T. komplex und vor allem auch für Kinder schwer verständlich sind, habe ich versucht, die Grundlagen bildlich zu beschreiben  Denn gerade dann, wenn uns Erwachsenen die Worte fehlen, können Bilder bzw. Emojis weiterhelfen. Denn die gehören quasi zum virtuellen Alltag und der Kommunikation vieler Kinder und Jugendlichen dazu. Daher hatte ich vor einigen Wochen auf Instagram begonnen, das neuartige Corona-Virus Covid-19 in Bildern bzw. mit Hilfe von Emojis zu erklären:

Ungebetene Viren-Gäste im Haus:

Im ersten kleine Anschauungsbeitrag (hier) hatte ich in Bezug auf die Ausbreitung von Viren, darüber berichtet, dass jedes Virus einen Wirt benötigt, in dem es sich vermehren und agieren kann. Häufig sind Tiere die passenden Wirte; oftmals auch wir Menschen.

Ich hatte uns Menschen, als Haus 🏠 dargestellt, das hin und wieder ungebetene Viren Gäste 🦠 bekommt. Und das ist nix Neues. Denn seit es Menschen gibt, gibt es auch alle möglichen Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger.

 

Wilde Party:

All diese -mehr oder weniger- fiesen Gesellen haben im Prinzip nur eins im Sinn: sich fleißig zu vermehren und in unserem Haus eine wilde Party 💥 zu feiern.

Und je schneller sie sich vermehren, umso größer werden sie sinnbildlich, bis sie irgendwann zu einem echten Gegenspieler bzw. einem Giganten für unser Immunsystem werden.

 

Hauseigene Anti-Viren-Security:

Doch unser Körper (= das Haus) ist stabil gebaut, hat dicke Schutzwände und sogar eine perfekte Abwehrmaßnahme, nämlich unser Immunsystem. Es ist quasi die hauseigene Security = 🕵🏻‍♂️ und die ist echt kein Anfänger! Das Immunsystem trainiert quasi schon seit unserer Geburt 🏋🏻. Es hat sich mit jedem Infekt 🤧, den wir hatten und der uns genervt hat, stetig fortgebildet 📚 und hat ein ziemlich gutes Gedächtnis und viel Power entwickelt.

Es ist ein echter Profi und ein Super-Abwehr-Gigant 💪🏻, der kämpft, was das Zeug hält und in der Regel Grippe, Scharlach und Co nach ein paar Tagen/Wochen, hochkant aus unserem Haus wirft 👊🏻.

Virus bekämpft, Auftrag erfüllt 💪🏻!

 

Mehr zum Thema Immunsystem und Infekte findet ihr auch hier.

 

Kampf der Giganten im stabil gebauten Haus:

Um sich auszubreiten, braucht ein Virus ein Transportmittel (Übertragungsweg von Mensch zu Mensch; oftmals über die sog. Tröpfcheninfektion) = Bus 🚌, der es von Haus zu Haus fährt, in dem es sich dann ausbreiten kann 🦠🦠🦠.

Ist unser Haus stabil gebaut, kämpfen die beiden Giganten ihren Kampf, unsere hauseigene Security gewinnt 👊🏻🦠 und nach kurzer Zeit ist unser Haus wieder sauber 🏠✨✨✨.

 

Kampf der Giganten im baufälligen Haus:

Trifft das Virus auf viele Menschen, findet es viele Übertragungswege und kann sich sehr schnell und effektiv ausbreiten. Es fährt also fleißig mit dem Bus von einem Haus zum nächsten 🚌🏠 🚌🏠 🚌🏠. Und wenn die Häuser nah beieinander liegen (= enger Kontakt), hat das Virus nur kurze Wegstrecken und kann sich fröhlich verbreiten. Doch nicht alle Häuser, in denen es ankommt, sind neu, stabil gebaut und stark. Einige sind schon etwas älter, schwach und vielleicht auch schon baufällig 🏗. Kommt das Virus nun in einem solchen Haus an, das kein stabiles Fundament mehr hat und dessen körpereigene Security etwas müde geworden ist 😴 , dann lässt es sich kaum mehr bremsen! Es feiert eine ganz wilde Party 💥💥💥, ohne Rücksicht auf Verluste und bringt das Haus im schlimmsten Fall zum Einsturz 💣.

Dann ist es ein Kampf: David gegen Goliath. Ein kleiner David gegen einen großen Virus-Goliath.

 

Gesellige Busfahrt erschweren:

Aber wie in der David-gegen Goliath Geschichte, gibt es einen kleinen Trick, mit dem wir dem Virus-Giganten die Party in dem baufälligen Haus ordentlich vermasseln können: indem wir die Bus-Verbindung (=Übertragungen) zu dem Haus unterbinden ❌🚌❌🏠❌.

Heißt also: Menschen meiden #stayathome #sociadistancing! Der erste Schritt war, die Verbreitung über die Schließung von KiTas und Schulen und dem Unterbinden von Großveranstaltungen, einzudämmen. Doch all das reicht nicht mehr aus. Nun müssen wir Menschen im Allgemeinen meiden! Unsere sozialen Kontakte auf das nötigste Minimum beschränken. Und das Nötigste heißt in diesem Fall: die Menschen, mit denen man zusammen in der Wohnung, dem Haus, der WG lebt. Keine anderen Personen; es sei denn, es ist zwingend erorderlich (Arztbesuch o.ä.). Denn durch jeden neuen Kontakt eröffnen wir dem Virus neue Infektionswege und Infektionsketten.

DENN: Wir wollen damit die älteren und/oder besonders gefährdeten Menschen schützen 👵🏻👴🏻.

 

ABER: wir wollen und müssen noch mehr!

 

Der Helfer in Not ist selbst krank und schwach:

Denn leider ist unser „Helfer in Not“ (also der, der einspringt, wenn unsere körpereigene Security nichts ausrichten konnte und wir z.B. ins Krankenhaus müssen), nämlich unser Gesundheitssystem schon seit vielen Jahren selbst krank 💥🏥💥. Seit Jahrzehnten eigentlich schon!

Warum? Weil es zu wenig Personal hat. Zu wenig Pflegekräfte, zu wenig Ärzte und aktuell auch noch zu wenig Desinfektionsmittel und Schutzkleidung 😓. All das wurde leider seit vielen Jahren in Kauf genommen.

Es wurde gesagt: „Ach, das wird schon. Die, die da sind, müssen sich einfach noch mehr anstrengen“!!!

Haben sie auch gemacht 🏃🏻‍♀️🏃🏻‍♀️🏃🏻‍♀️. Aber viele von ihnen sind dadurch selbst krank geworden 😓, denn viel Stress schwächt die hauseigene Security 🙅🏻‍♀️. Und somit sind von den anfänglich vielen Helfern im Laufe der Zeit nur noch wenige übrig geblieben.

Dadurch haben wir schon seit einiger Zeit eine Situation, in der Patienten (egal, ob jung oder alt) nicht mehr optimal versorgt werden können, weil zu wenig Personal da ist.

Auch da wurde gesagt: „Ach, alles halb so wild. Das wird schon wieder; irgendwann und irgendwie!“ 🤷🏻‍♀️🔮🤷🏻‍♀️

 

Unsere Schwachstelle:

ABER JETZT: jetzt kommt so ein kleines Virus 🦠 daher und macht eins:

es legt den Finger quasi in die Wunde 💥💣💥. Denn es trifft uns in einer Zeit, in der wir eh zu wenig Kapazitäten, zu wenig Personal haben, und trifft uns somit genau an unserer Schwachstelle 🎯

 

Wir hatten schon vor Covid-19 zu wenig Personal. Zu wenig für den ganz NORMALEN Klinikalltag. Also zu wenig Personal für Blinddarm-OP’s, Geburten, Intensivstationen. Wenn sich jetzt auch noch unser Virus-Gigant fleißig ausbreitet und dazu führt, dass viele Risikopatienten gleichzeitig schwer krank werden, dann:

– kommen diese Menschen ZUSÄTZLICH zu den Blinddarm-OP’s, den Entbindungen und kranken Menschen auf Intensivstationen noch hinzu und weil wir sie, auch ohne ein neuartiges Virus, schon nicht ganz optimal versorgen konnten, wird es dadurch

– auf jeden Fall nicht besser 😓.

 

Ein Häufchen Elend:

Auch hier wäre er jetzt: der Kampf der Giganten; allerdings ist unser Gesundheitssystem schon lange kein echter Gigant mehr; es ist eher ein “kleines Häufchen Elend”. Und auch das wurde im Vorfeld schon oft erwähnt; da hat’s nur keinen interessiert, höchstens die, die direkt betroffen waren.

 

Mir doch egal?

Und nun? Nun könnte man meinen: „Na ja, die Alten und Kranken können aktuell noch schlechter versorgt werden als sonst? Hmmh, na und? Ist ja nicht mein Problem!“ Wenn man so unmoralisch denken kann und möchte, dann wäre die Antwort darauf zwar: “Ja, das stimmt!”

ABER:

Jeder von uns, auch die an sich Gesunden, werden oder können jederzeit akut krank werden.

 

Nicht egal!

Und wenn nicht wir selbst, dann vielleicht unsere Kinder, unsere Partner, unsere Eltern, Großeltern, Nachbarn. Neben den aktuell grassierenden Infekten (Grippe, und viele andere Erreger) sind Blinddarmentzündungen, Entbindungen, Krebserkrankungen, Herzinfarkte und Unfälle ja nicht plötzlich aus der Welt gezaubert. All diese Erkrankungen und Notfälle brauchen weiterhin die bestmögliche Versorgung. Wenn aber eh schon zu wenig Personal da ist, nun aber explosionsartig immer mehr Corona-Erkrankte dazukommen, haben wir ein GROSSES Problem.

Das heißt, dass in dieser Situation und unter diesen Umständen, der Virus-Gigant 🦠🦠🦠 unser Gesundheitssystem tatsächlich ganz schön umhauen 🔥💥🏥🔥💥 kann!

 

Und nun?

Wir können versuchen, den Schaden zu verringern und die rasante Verbreitung des Virus einzudämmen. Denn ansonsten überrollen uns förmlich die Viren-Busse mit den ungebetenen Gästen 🚌🦠🚌🦠🚌🦠🚌🦠.

Und dabei ist die Gefahr für den Einzelnen, an sich gesunden Menschen, nicht das Virus selbst!!! Es ist das, was es an den eh schon knappen Ressourcen in unserem Häufchen Gesundheitssystem-Elend verursacht. Und da kommen wir nun doch ALLE ins Spiel.

 

Alle sind gefordert:

Denn jetzt sind wir alle gefragt 👨🏻👩🏻🧑🏻👧🏼👩‍🦰👱🏻🧔🏻👩🏻‍🦳, das heißt, wir müssen versuchen, die Reise des Virus so schwer und unangenehm, wie möglich zu machen 💥🚌💥:

Das heißt, die Verbreitung zu verringern bzw. zu verlangsamen!

 

Busfahrt verlangsamen:

Das wiederum heißt:

Vorbeugen = Händewaschen 🤲🏻💦🧼 , Händewaschen 🤲🏻💦🧼, Händewaschen 🤲🏻💦🧼 und

Menschenkontakte meiden ❌👨‍👩‍👧‍👦👩‍👩‍👧‍👧👨‍👨‍👧‍👦❌!!!

 

Wir verpassen damit zwar die ein oder andere schöne Party, die wir eigentlich feiern wollten, aber vor allem vermasseln wir sie dem Virus ❌💥💥❌ und helfen damit am Ende uns allen! Und genau das ist der Grund für die aktuellen Empfehlungen.

 

Wir können noch mehr tun:

Ach ja und wir können noch mehr tun:

  • Anlaufstellen von Notaufnahmen, Kliniken und Praxen nur dann nutzen, wenn wir wirklich gesundheitlich in Not sind. Nur so können die, die auf medizinische Hilfe angewiesen sind, auch versorgt werden.
  • Und natürlich müssen wir das medizinisch erforderliche „Material“= Desinfektionsmittel und Co dort lassen, wo es den einzigen Sinn macht: im Gesundheitssystem selbst, denn ansonsten schwächt ihr das Häufchen Elend noch mehr (und das wollten wir doch vermeiden!)

 

Aus der Schwäche lernen:

Was das Virus, neben all dem Chaos, auf jeden Fall auch macht und das ist aus meiner Sicht nicht nur schlecht: es zeigt uns unsere Schwachstellen auf! Und daraus können und werden wir hoffentlich lernen.

 

Was wir alle brauchen:

Und ich hoffe sehr, dass es langfristig dazu führen wird, wieder das zu fördern und wertzuschätzen, was wir ALLE am Ende brauchen; in guten, wie in schlechten Zeiten:

  1. ein gut funktionierendes Gesundheitssystem mit ausreichend Personal
  2. ein respektvolles und fürsorgliches Miteinander
  3. eine Wertschätzung dessen, was wir „in guten Zeiten“ haben: volle Einkaufsregale und gut bestückte Apotheken, die Freude an sozialen Kontakten und die Freude am Leben!

 

 

❤️❤️❤️💥❤️❤️❤️

 

 

Bitte bleibt gesund!

 

Und

 

Bitte bleibt zu Hause!!!

 

 

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1 Comment

  1. Alexandra
    1 Woche ago

    Danke liebe Snjezie für diesen anschaulichen und auch kritischen Beitrag. Wir sind nun alle gefragt, unseren Beitrag zu leisten 🙏

    Reply

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