Impfungen Teil 7: Anzahl (Injektionen/Schluckimpfungen)

Werbung wegen Verlinkung (unbeauftragt/unbezahlt)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Im heutigen Beitrag geht es um den Zeitplan der in Deutschland empfohlenen Impfungen. Ausserdem geht es auch darum, wann welche Art der Impfung (Injektionen oder Schluckimpfungen) ansteht. Ich persönlich finde die Tabelle auf der Rückseite der gängigen Impfpässe für Nicht-Mediziner recht unübersichtlich. Für die meisten Eltern geht daraus nicht hervor, wieviele Impfungen bzw. Injektionen jeweils erforderlich sind. Dies verunsichert vor allem die Eltern, die sich im Vorfeld gerne auf das, was sie bzw. das Kind erwartet “einstellen” möchten. Ich komme daher gerne dem Wunsch nach mehr Transparenz nach und hoffe, euch damit gut vorbereiten zu können.

Warum ich Impfungen wichtig finde, habe ich euch in den ersten vier Beiträgen dieser Reihe bereits erklärt.

Die bisherigen Impf-Beiträge:

  1. Im ersten Teil (siehe hier) habe ich euch in einem Vorwort erläutert, warum mir das Thema am Herzen liegt und warum ich -trotz des zu erwartenden “Gegenwindes”- darüber schreibe. Öffentlich und sogar gleich mit einer ganzen Beitragsreihe.
  2. Im zweiten Teil (siehe hier) habe ich euch den Weg eines Impfstoffes aufgezeigt, um darüber zu informieren, an wie vielen Stellen er von unabhängigen Instanzen kontrolliert und überwacht wird.
  3. Im dritten Teil (siehe hier) habe ich über die empfohlenen Standardimpfungen und vor allem auch die zugrundeliegenden Erkrankungen berichtet. Denn nur wenn man ein be-greif-bares Bild der Erkrankung und ihrer Komplikationen hat, hat man auch eine Vorstellung davon, warum der Schutz davor so wichtig ist.
  4. Im vierten Teil (siehe hier) hat euch Dr. Judth Bildau über die HPV-Impfung aus gynäkologischer Sicht informiert.
  5. Im fünften Teil (siehe hier) ging es um die Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Impfungen.
  6. Im sechsten Teil (siehe hier) hat Dr. Konstantin Wagner Antworten auf die häufigsten Argumente von Impfkritikern gegeben.

Im nun folgenden siebten Beitrag der Impfreihe wird es um den Zeitplan der empfohlenen Impfungen mit der jeweiligen Anzahl der erforderlichen Injektionen bzw. Schluckimpfungen (gilt für gesunde Reifgeborene) gehen. Auf den üblichen Impfpässen sieht die Übersicht so aus:

 

 

Das bedeutet:

Ab der vollendeten 6. Lebenswoche:

  • 1 Schluckimpfung (erste Rota-Viren-Impfung)

4 Wochen später (im Alter von ca. 2,5 Monaten):

  • 1 Schluckimpfung (zweite Rota-Viren-Impfung) plus 2 Injektionen (erste 6-fach Kombinationsimpfung + erste Pneumokokken-Impfung)

4 Wochen später (zur U4):

  • 1 Injektion (zweite 6-fach Kombinationsimpfung). Je nach verwendetem Rota-Viren-Impfstoff ggf. zusätzlich die dritte Schluckimpfung gegen Rota-Viren)

4 Wochen später (im Alter von ca. 4 Monaten):

  • 2 Injektionen (dritte 6-fach Kombinationsimpfung + zweite Pneumokokken-Impfung)

Dann gibt es eine kleine Impf-„Verschnaufpause“ von mehreren Monaten.

 

Um den ersten Geburtstag herum (U6):

Es werden mehrere Impfungen mit einem zeitlichen Abstand von jeweils 4-6 Wochen verabreicht. Die Reihenfolge ist variabel.

  • 2 Injektionen (vierte 6-fach Kombinationsimpfung + dritte Pneumokokken-Impfung)

Mit zeitlichem Abstand:

  • 2 Injektionen (erste MMR + erste Windpocken-Impfung).

Mit zeitlichem Abstand:

  • 1 Injektion (einmalig Meningokokken Typ C)

 

Kurz vor dem zweiten Geburtstag (U7):

  • 1 Injektion als Kombinationsimpfstoff MMR-V (zweite MMR-Impfung mit zweiter Varizellen-Impfung)

Zu diesem Zeitpunkt werden alle fehlenden oder unvollständigen Impfungen nachgeholt.

 

Mit 5-6 Jahren (U9):

  • 1 Injektion (Auffrischung als 3-fach Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Pertussis und Tetanus)

 

Mit 9-14 Jahren (J1):

  • 1 Injektion (zweite Auffrischung als 4-fach Kombinationsimpfung gegen Diphtherie, Pertussis, Tetanus und Polio)
  • Zeitgleich oder mit etwas Zeitabstand:
  • 1 Injektion (erste Impfung gegen HPV)

Mind. 5 Monate nach der ersten HPV-Impfung:

  • 1 Injektion (zweite Impfung gegen HPV)

(Falls die HPV-Impfung erst nach dem 14. Lebensjahr begonnen wird, sind 3 Injektionen (je nach Impfstoff unterschiedliche Zeitabstände) erforderlich)

 

Impfkalender, den ich optisch so entworfen habe, wie ich ihn mir für Eltern wünschen und vorstellen würde:

 

Investition in die Zukunft:

Wenn bei den empfohlenen Impfungen die zur Verfügung stehenden Kombinationspräparate verwendet und zeitgerecht verabreicht werden, bekommt das Kind innerhalb von 18 Jahren insgesamt 15 Injektionen und 2 (oder 3) Schluckimpfungen verabreicht.

Damit hätte es alle empfohlenen Impfungen erhalten und könnte mit einem ausreichenden und meist langanhaltenden Schutz gegen 14 schwerwiegende Erkrankungen ins Erwachsenenalter starten.

Mit dieser Entscheidung schützt man nicht nur sein eigenes Kind, sondern auch die zukünftigen Enkelkinder (Schutz der schwangeren Mutter und des Neugeborenen). Daneben schützt man mit der Impfung indirekt auch alle Kinder und Erwachsenen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht geimpft werden können.

 

Fazit:

Impfungen stehen oft in der Diskussion. Warum, weiss ich gar nicht genau. Denn aus meiner Sicht sind Impfungen wichtig. Sie schützen uns und unsere Kinder vor schwerwiegenden Erkrankungen. Daher sind sie für mich nicht nur aus beruflicher, sondern auch aus privater Sicht wichtig. Meine Kinder sind geimpft. Natürlich sind sie das. Auch wenn mein Mutterherz regelmäßig in Wallung kam, wenn wir einen Impftermin hatten. Denn meine Kinder habe ich nicht selbst geimpft. Ich wollte meine Rolle als Mutter nicht mit der der Ärztin mischen. Ich wollte sie trösten. Und das habe ich. Denn natürlich haben sie geweint, wenn sie geimpft wurden. Und gelegentlich haben sie nach der Impfung auch Schmerzen an der Impfstelle oder Fieber gehabt. Aber das war mir klar, denn das ist eine normale Reaktion.

Aber viel wichtiger als das war mir, dass ich für meine Kinder die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zum Schutz vor bestimmten Krankheiten genutzt habe. Da ich die schwerwiegenden Verlaufe dieser Erkrankungen kenne, war es selbstverständlich, dass ich sie davor bewahren möchte und das Angebot des Gesundheitswesens nutze. Alles andere hätte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren können.

Und eins möchte ich am Ende dieser Reihe unbedingt noch erwähnen: natürlich sollte man immer die Vor- und Nachteile einer medizinischen Maßnahme abwägen, aber gerade im Falle von Impfungen überwiegen ganz klar die Vorteile.

 

Anmerkung:

Alle medizinischen Beiträge, die ich zu gesundheitlichen Themen auf meinem Blog verfasse oder veröffentliche, dienen ausschließlich der Information. Sie ersetzen in keiner Weise den Arztbesuch bei gesundheitlichen Beschwerden.

 

Bleibt gesund und munter

Eure

Snježi

 

 

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