RSV: wenn Viren die Atmung von Babys erschweren

RS-Viren:

Euer Baby atmet schwer, hat Fieber, einen ausgeprägten Husten und vielleicht auch ein pfeifendes Atemgeräusch? Dann hat es womöglich eine akute RSV-Infektion. Gerade jetzt in den Wintermonaten stellen diese Viren einen der häufigsten Gründe für eine ausgeprägte obstruktive Bronchitis bei Säuglingen und Kleinkindern dar.

Noch nie davon gehört? Dann möchte ich euch im Folgenden diese recht üblen Zeitgenossen kurz vorstellen.

Definition und Ursache der RSV-Infektion:

RSV ist die gängige Abkürzung für den Begriff respiratorisches Syncytial Virus und bezeichnet eine Gruppe von Viren, die weltweit vorkommen und beim Menschen akute Infektionen der oberen und unteren Atemwege verursachen. Sie treten gehäuft in den Wintermonaten auf und führen insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern z.T. zu schweren Atemwegsinfektionen. Während sie beim Erwachsenen zu Grippe-ähnlichen Beschwerden führen, können sie die Atemwege von Säuglingen, Kleinkindern und Risikopatienten stark und bisweilen auch nachhaltig beeinträchtigen.

Das tun sie über einen ganz speziellen Mechanismus: durch bestimmte Eiweißbestandteile in ihrer Außenhülle führen RS-Viren zum Verschmelzen benachbarter Zellen des Lungengewebes. Die dadurch gebildeten Riesenzellen (sogenannten Syncytien), verstopfen, zusammen mit abgestorbenen Schleimhautzellen, Abwehrzellen des Immunsystems und Schleim die eh schon engen und kleinen Bronchien.

Warum sind Babys und Kleinkinder besonders stark betroffen?

Da die Atemwege gerade bei Babys und Kleinkindern noch sehr eng sind, führt eine Schwellung der Schleimhaut und eine Sekretansammlung bei ihnen schnell zu einer erschwerten Atmung bis hin zur Luftnot. Ihr könnt es euch am besten vorstellen, wenn ihr es mit der alleinigen Atmung (z.B. unter Wasser) durch einen Strohhalm vergleicht. Ist die Wand des Strohhalms dünn und der Durchmesser weit, bekommt ihr relativ gut Luft. Ist hingegen die Wand verdickt (Schwellung) und zusätzlich innen noch verdreckt (Sekretansammlung), so verringert sich der Durchmesser und ihr bekommt nur noch sehr schlecht Luft.

Außerdem ist das Immunsystem der kleinen Patienten noch sehr unausgereift, so dass die körpereigene “Security” Freund und Feind noch nicht richtig unterscheiden kann und zudem noch sehr unerfahren in der Abwehr ist. Diese Kombination macht es Erregern gerade im Säuglingsalter und unter bestimmten Bedingungen besonders leicht, eine Infektion hervorzurufen.

Häufigkeit der RSV-Infektion:

Weltweiten Schätzungen zufolge sind im ersten Lebensjahr ca 50 von 1000 Kindern von einer RSV-Infektion betroffen. Bei 10% der Betroffenen, also bei etwa 5 von 1000 Kindern, kommt es zu einem schweren Verlauf. RSV-Infektionen treten vor allem in den Wintermonaten auf und zeigen einen Häufigkeitsgipfel in den Monaten Januar und Februar. Im Kindesalter sind Jungen im Vergleich zu Mädchen doppelt so häufig von schweren Verläufen betroffen.

Altersverteilung bei der RSV-Infektion:

Infektionen mit RS-Viren können alle Altersgruppen betreffen. In den ersten Lebenswochen besteht bei Neugeborenen und jungen Säuglingen zwar ein gewisser Nestschutz (mehr dazu hier), jedoch ist dieser nicht vollständig, so dass auch sie erkranken können. Da der Nestschutz bei Frühgeborenen noch sehr unausgereift ist (in Abhängigkeit des Schwangerschaftsalters), sind gerade Frühgeborene besonders gefährdet und neigen zu schweren Verläufen. Auch bei älteren Säuglingen sind RS-Viren die häufigsten Erreger von Infektionen der unteren Atemwege und ein häufiger Grund für Krankenhauseinweisungen. RS-Viren können jedoch nicht nur bei Säuglingen und Kleinkindern eine schwere Atemwegsinfektion verursachen, sondern sind auch für immungeschwächte Personen und Senioren eine ernst zu nehmende Infektionsquelle.

Übertragung von RS-Viren:

  1. über kleinste Speichel-Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen werden, oder
  2. über das Anfassen von Viren behafteten Oberflächen (z.B. Spielzeug, Türklinken).

Inkubationszeit:

Die Inkubationszeit bezeichnet den Zeitraum zwischen der Infektion mit dem Erreger und dem Auftreten der ersten Symptome. In der Regel treten die ersten Symptome ca. 2-8 Tage nach der Infektion mit dem Erreger auf. Wie leider bei vielen anderen Erkrankungen auch, ist bei RS-Viren die Ansteckungsgefahr bereits dann vorhanden, wenn der Betroffene selbst noch keine Krankheitssymptome aufweist.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit:

Bei ansonsten gesunden Betroffenen beträgt die Ansteckungsfähigkeit in der Regel 1 Woche. Früh- und Neugeborene sowie immungeschwächte Erwachsene können das Virus allerdings noch über mehrere Wochen ausscheiden.

Symptome der RSV Infektion:

Das Spektrum der Symptome einer akuten RSV-Infektion reicht von leichten Allgemeinsymptomen (bei ansonsten gesunden Personen) bis hin zu schweren und z.T. beatmungspflichtigen Verläufen (bei Patienten mit noch nicht ausgereiftem oder geschwächtem Immunsystem).

Allgemeinsymptome:

Bei ansonsten gesunden Personen führen Infektionen mit RS-Viren meist zu typischen Erkältungssymptomen, wie z.B. Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen und Fieber. Was ihr dann tun könnt? Nicht viel, außer dem Körper Zeit zu geben, gesund zu werden und ihn bei der Genesung zu unterstützen (siehe hier).

Je kleiner die Patienten und somit auch die Atemwege allerdings sind (siehe oben) und je unausgereifter das Immunsystem ist, desto schwerwiegender können die Infektionen verlaufen.

Zusammengefasst könnte man sagen, dass die Infektion bei fast allen Betroffenen zu den typischen Zeichen eines banalen Erkältungsinfektes führt. Während sich die Symptome bei immunkompetenten Patienten nach wenigen Tagen verbessern, kommt es bei kleinen und immungeschwächten Personen hingegen zu keiner Besserung, sondern eher zu einer Verschlechterung des Zustandes und der Symptome. Dann greift die Infektion von den sog. oberen Atemwegen auf die unteren Atemwege über.

So entspannt ich also grundsätzlich bei einem banalen Erkältungsinfekt bin, so eindringlich sage ich auch, dass ein anhaltender Infekt oder ein sich verschlechternder Allgemeinzustand bei Kindern, insbesondere bei Säuglingen, lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig abgeklärt werden sollte!

 

RSV kranker Teddy neben Plüschaffen

 

Pseudokrupp:

RS-Viren sind häufige Erreger eines Pseudokrupps. Dabei kommt es durch die Infektion zu einer Schwellung der Schleimhaut im Kehlkopfbereich und zu den typischen Symptomen, wie bellenden Husten und Heiserkeit (mehr dazu erfahrt ihr hier).

Akute obstruktive Bronchitis:

Bei Säuglingen und Kleinkindern führen RS-Viren sehr häufig zu einer sog. akuten obstruktiven Bronchitis. Oft macht sich diese durch eine erschwerte und pfeifende Atmung bemerkbar. Sie kann jedoch auch ohne diese typischen Merkmale auftreten und lässt sich dann nur über das Abhören des Kindes durch den (Kinder-)Arzt feststellen. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

Bronchiolitis:

Wenn sich die Infektion auch auf die kleinsten Atemwege, die sog. Bronchiolen, ausbreitet, spricht man von einer akuten Bronchiolitis. Diese betrifft besonders kleine Säuglinge und Frühgeborene. Sie äußert sich neben den oben genannten Symptomen, wie Husten (eventuell keuchhustenartig), Schnupfen, ggf einem schon mit dem bloßen Ohr hörbaren Pfeifen der Atmung auch in einem deutlich reduzierten Allgemeinzustand des Kindes. Viele Kinder haben Fieber, wobei die Höhe und Dauer des Fiebers keine Rückschlüssen auf die Schwere der Erkrankung erlaubt.

Diese Kinder sind krank und man merkt es ihnen (in aller Regel) auch an! Und wenn ihr euch unsicher sein solltet, dann lasst euer Kind vom Kinderarzt untersuchen!

Typische Symptome sind:

  • Husten (bei 5% der Betroffenen keuchhustenartige Hustenanfälle)
  • reduzierter Allgemeinzustand (das Kind wirkt krank und sichtlich beeinträchtigt)
  • Trinkschwierigkeiten: das Kind trinkt nur noch wenig, oder verweigert es ganz (zusätzliche Gefahr der Dehydratation = “Austrocknung” des Körpers)
  • ggf. Erbrechen
  • beschleunigte Atmung
  • erschwerte Atmung bis hin zur Atemnot, ggf. unter Einsatz der sog. Atemhilfsmuskulatur (juguläre oder interkostale Einziehungen; mehr dazu hier)
  • ggf. pfeifendes Atemgeräusch, das man z.T. auch ohne Stethoskop hören kann (= Distanzgiemen)
  • Bei schwerem Verlauf kann es jedoch auch zu einer sogenannten „stillen Obstruktion“ mit Atemnot und Kreislaufproblemen kommen
  • Bei Frühgeborenen kommt es häufig zu Atemaussetzern (=Apnoen)!

Komplikationen:

Im Prinzip ist die Bronchiolitis als mögliches Symptom auch schon eine der Komplikationen, denn sie kann z.T. sehr schnell zu einer Atemnot, mit Erschöpfung und unzureichender Sauerstoffversorgung des Blutes kommen. In diesen Fällen ist eine stationäre, manchmal auch beatmungspflichtige, Therapie unumgänglich. Diese Fälle sind natürlich sehr bedrohlich und absolut beängstigend. Was euch dann vermutlich auf der Station erwartet und wie ihr euch am besten darauf einstellen könnt, hat euch die liebe Jean am Ende des Textes aufgeschrieben (siehe unten). Sie ist Kinderkrankenschwester und mit Leib und Seele dabei.

RSV-bedingte Lungenentzündungen:

Diese Form der Lungenentzündung tritt besonders häufig bei Patienten mit chronischen Grunderkrankungen (wie z.B. Asthma bronchiale oder anderen chronischen Erkrankungen) sowie immungeschwächten Patienten auf.

Mittelohrentzündung:

Eine häufige und meist schmerzhafte, zum Glück jedoch nicht ganz so gravierende Komplikation von RSV-Infektionen sind akute Mittelohrentzündungen. Bei Kindern unter 3 Jahren sind die RS-Viren sogar sehr häufige Erreger von Mittelohrentzündungen (mehr dazu hier).

Langzeitfolge:

Die RS-Viren können insbesondere kleine Patienten nicht nur akut schwer beeinträchtigen, sondern gerade auch bei ihnen langfristig zu einer besonderen Anfälligkeit des Bronchialsystems (=hyperreagibles Bronchialsystem) führen. Das heißt, dass die Patienten, bei denen nachgewiesen oder vielleicht auch unbemerkt, eine RSV-Infektion abgelaufen ist, in der Folge gehäuft zu Bronchitiden neigen. Während also Gesunde bei einem zukünftigen Infekt lediglich mit einer banalen Erkältung reagieren, führt ein solcher Infekt bei diesen Patienten sehr schnell auch zu einer Beteiligung der unteren Atemwege.

Bei einer gewissen Anzahl an obstruktiven Bronchitiden im Jahr wird euer Kinderarzt euch vermutlich zu einer saisonalen (z.B. über die Wintermonate) oder einer Dauertherapie mit einem inhalativen Kortisonpräparat raten. Ich weiß, dass viele Eltern bei dem Wort “Kortison” innerlich (manche auch äußerlich) zusammenzucken. Warum es unbegründet ist und die Atemwege eures Kindes in diesen Fällen schützt, erfahrt ihr hier.

Therapie der RSV-Infektion:

Symptomatisch:

Eine spezielle Therapie gegen die Viren gibt es nicht, so dass man die RSV-Infektion leider nur “symptomatisch” behandeln kann. Das heißt, man lindert bei Bedarf die Symptome z.B. mit fiebersenkenden oder bronchienerweiternden Mitteln. Wichtig ist, wie immer, dass die betroffenen kleinen Patienten ausreichend trinken. Tun sie es nicht, oder verschlechtert sich der Allgemeinzustand, oder die Atmung, dann solltet ihr euer Kind unbedingt ärztlich untersuchen lassen.

 

RSV Plüsch-Affe mit Inhalation

 

Prophylaxe:

Aktive Impfung bisher nicht möglich:

Ein Impfstoff für eine aktive Immunisierung steht bislang leider nicht zur Verfügung, auch wenn wir Kinderärzte ihn uns, gerade bei den schweren Verläufen, sehnlichst herbeiwünschen würden. Somit sind RS-Viren jedoch auch ein gutes Beispiel dafür, wie hilflos man manchmal Krankheiten gegenübersteht, solange es noch keinen wirksamen Impfstoff dagegen gibt.

Einen Impfstoff gibt es, wie gesagt bislang nicht, allerdings können Risikopatienten prophylaktisch behandelt werden.

Spezielle Prophylaxe (= passive Immunisierung) für Risikopatienten:

Zu den sog. Risikopatienten gehören Frühgeborene (geboren in der 35. Schwangerschaftswoche oder früher) oder Babys, die mit Herz- oder Lungenproblemen geboren wurden. Diese Kinder werden mit einem bestimmten Antikörper behandelt, der vor einer Infektion mit RS-Viren schützt. Allerdings hält die Schutzwirkung nur kurz an und muss daher in der RS-Saison monatlich wiederholt werden.

Und so froh wir Kinderärzte über die Möglichkeit der passiven Immunisierung auch sind, schließlich kann sie Risikopatienten vor einer beatmungspflichtigen Erkrankung mit möglichen Langzeitfolgen schützen. Doch wäre gerade bei den z.T. winzig kleinen Frühgeborenen (bei denen die Nadel für das Medikament bisweilen länger erscheint, als der Oberschenkel des Frühchens selbst), oder bei den chronisch eh schon sehr kranken kleinen Patienten eine aktive Impfung nicht ein Segen im Vergleich zu monatlichen Injektionen?

Impfungen aus meiner Sicht (Kurzversion):

Ich richte diese Frage stellvertretend an all diejenigen, die Impfungen grundsätzlich skeptisch oder ablehnend gegenüberstehen. Denn so, wie bei den RS-Viren, ging es uns vor einigen Jahr(zehnte)en noch bei vielen anderen Erkrankungen. Bevor es die entsprechenden Impfstoffe gab, standen wir auch Erkrankungen wie z.B. der Kinderlähmung, dem Keuchhusten oder der Masern-Enzephalitis hilflos gegenüber. Ich habe all diese Erkrankungen in meiner Ausbildung gesehen und kann nur sagen, dass ich sehr froh bin, dass wir heute über die entsprechenden Impfstoffe dagegen verfügen. Denn: nur, weil es manche Erkrankungen in der Wahrnehmung mancher Menschen nicht mehr (so häufig) gibt, so heisst es nicht, dass sie ihren Schrecken verloren haben. Also lasst euch beim Thema Impfungen bitte nicht verunsichern, sondern lieber gut beraten.

Was passiert mit meinem Kind, wenn es wegen einer RSV-Infektion stationär behandelt werden muß?

Diese Frage beantwortet euch die liebe Jean. Sie ist erfahrene Kinderkrankenschwester und setzt sich nicht nur engagiert und liebevoll für die Belange der ihr anvertrauten kleinen Patienten ein, sondern kämpft auch für die Pflege. Ein Thema, das uns alle angeht. Früher oder später! Heute jedoch klärt sie euch auf, was passiert, wenn euer Kind stationär aufgenommen werden muß:

Aus dem Alltag einer Kinderkrankenschwester:

Wenn Kinder mit RS-Viren in einer Klinik aufgenommen werden, geht es Ihnen meist sehr schlecht. Der Weg auf die Intensivstation ist oft unumgänglich. Eine absolute Ausnahmesituation! Für Eltern UND Kind. Die Eltern sind mit dieser Situation verständlicherweise überfordert, möchten ihrem Kind beistehen, es nicht aus den Augen lassen, haben Fragen. Für die Pflegenden sind die Eltern sehr wichtig und prinzipiell auch sehr willkommen. Es gibt aber Momente oder Situationen, in denen die Eltern erst einmal warten müssen, nämlich dann, wenn jede Minute zählt und die Situation eingeschätzt und koordiniert werden muß.

Aufnahmesituation:

Wenn das Kind auf die Station kommt, müssen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. EKG Elektroden kleben, einen Sensor zur Ermittlung der Sauerstoffsättigung anbringen, Körpertemperatur messen, röntgen. Das Kind bekommt einen oder mehrere venöse Zugänge gelegt, um die wichtige Infusionstherapie durchführen und Blut abnehmen zu können, es bekommt eine Magensonde gelegt, um die Nahrungsaufnahme weiterführen zu können. Oft wird noch ein Abstrich vom Nasensekret gemacht. Vielleicht wird es sogar intubiert, also beatmet werden müssen, um die Lunge wieder ausreichend belüften zu können.

Emotionale Ausnahmesituation:

Und all das in den ersten Minuten der Aufnahme. Für Eltern oft schrecklich mitanzusehen. Weil Eltern eben Eltern sind. Mit Gefühlen, Ängsten, ganz vielen Sorgen, ganz viel Liebe für dieses kleine Wesen. Und das ist absolut wichtig und richtig. Für Eltern, die ihr Kind lieben, sehen die erforderlichen medizinischen Maßnahme oft “brutal” aus, wenn zB. eine Vene gesucht wird, das Kind zum Röntgen in scheinbar seltsame Positionen gebracht wird usw. Eltern halten das oft nicht aus, brechen zusammen oder in Tränen aus, werden ohnmächtig oder wollen diese Untersuchungen abbrechen, anders haben.

Rationales Handeln:

Da in einem Notfall jedoch schnelles und rationales Handeln erforderlich ist und die Schwestern und Ärzte routiniert und konzentriert Hand in Hand arbeiten müssen, sind Eltern bei diesen Maßnahmen nicht dabei.

Isolationszimmer:

Da RS-Viren, wie oben beschrieben ansteckend und gerade für andere Kranke gefährlich sind, wird das Kind in einem sogenannten Isolationszimmer untergebracht werden. Besuche von anderen Angehörigen oder Geschwisterkindern sind nicht möglich. Zumindest am Anfang nicht. Das ist von den Schwestern /Ärzten nicht böse gemeint, sondern dient zum Schutz. Zum Schutz der anderen Patienten, aber auch zum Schutz des Kindes selbst. Weil es Ruhe braucht. Ruhe und die Therapie, die die Symptome lindert.

Elternzimmer:

Die Eltern haben auf einer Intensivstation oft keine Möglichkeit, bei ihrem Kind zu schlafen, können aber in nicht weit entfernten Elternzimmern untergebracht werden und werden angerufen, wenn sie gebraucht werden. So schwer es auch fällt, ich empfehle Eltern, diese Möglichkeit zu nutzen. Um ein bisschen Abstand von der Situation zu bekommen, um Kraft tanken zu können. Es bringt Niemanden etwas, wenn die Mutter oder der Vater selbst am Ende der Kräfte ist. Denn ein Klinikaufenthalt bei einer RSV-Infektion kann bisweilen lang werden.

Danke liebe Jean für Deinen Text und die tolle Zusammenarbeit.

Vorsorge:

Gesunde Abwehrkräfte, die ihr durch eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und genügend Bewegung an der frischen Luft erreichen könnt, sind die beste Vorsorge gegen Infekte im Allgemeinen. Auch regelmäßiges Händewaschen und das Durchlüften von beheizten Räumen sollte v.a. in der Infektzeit selbstverständlich sein. Eurem Kind solltet ihr so früh wie möglich beibringen, dass es sich nach dem Toilettengang die Hände waschen und beim Husten oder Niesen nicht in die Hand, sondern am besten in die Armbeuge husten oder niesen sollte.

Passivrauchen:

Und für Eltern, die rauchen: bitte beachtet, dass die Atemwege von Kindern, wie bereits erwähnt, sehr klein und sehr sensibel sind. Insbesondere dann, wenn sie krank sind. Tabakrauch verschlimmert die Situation für eure Kinder dramatisch. Das Passivrauchen ist nicht nur ein sehr häufiger Grund für wiederkehrende Atemwegsinfektionen im Kindesalter, sondern begünstigt auch das Auftreten von Allergien, Bronchitiden und anderen Erkrankungen. Und selbst, wenn ihr zum Rauchen vor die Tür geht, so beugt ihr damit nicht allen Gefahren des Passivrauchens vor. Mehr dazu hier.

Wie sind eure Erfahrungen und vielleicht auch Tipps?

Kennt ihr RS-Viren? Und wenn ja: was sind eure Erfahrungen damit? Habt ihr Tipps, die ich nicht aufgeführt habe und die euch bzw. eurem Kind geholfen haben? Dann schreibt mir doch darüber in den Kommentaren. Ich freue mich darüber und vielleicht hilft es auch anderen betroffenen Familien weiter.

Unter der Rubrik “Sprechstunde / Medizinisches” findet ihr Beiträge zu folgenden Themen:

-obstruktive Bronchitis beim Kind

-Infekte bei Kindern

-Fieber bei Kindern

-Husten bei Kindern

-Ohrenschmerzen bei Kindern

-Pseudokrupp

 

Anmerkung:

Alle medizinischen Beiträge, die ich zu gesundheitlichen Themen auf meinem Blog verfasse, dienen ausschließlich der Information. Sie ersetzen in keiner Weise den Arztbesuch bei gesundheitlichen Beschwerden.

 

Bleibt gesund und munter,

Eure

Snježi und Jean

 

 

 

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Posted on 24. Februar 2019

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